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Großbritannien: Center gegen Kinderausbeutung und für Kinderschutz im Internet schließt Datensammlung über die sexuelle Ausbeutung von Kindern ab

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Das britische Center gegen Kinderausbeutung und für Kinderschutz im Internet (Child Exploitation and Online Protection Centre – CEOP) hat Fakten gesammelt um einen quantitativen Überblick über sexuellen Missbrauch und Kinderhandel in den letzten zwei Jahre zu bekommen. Der untersuchte Zeitraum geht von März 2008 bis Januar 2011. An der Studie beteiligt waren sowohl die Polizei, als auch soziale Einrichtungen, die Gesundheitsbehörde, und Wohltätigkeitsorganisation, die mit den Opfern in Kontakt stehen. Initiiert wurde die Untersuchung nach einer öffentlichen Debatte über die Vermutung, dass asiatische Männer unverhältnismäßig zahlreich in die sexuelle Ausbeutung von Mädchen verwickelt seien. Das Ziel der Untersuchung ist, unter Anderem, mögliche Muster der Gefährdung, Viktimisierung und Straftäter zu identifizieren.

Bei dieser bundesweiten Prüfung kam ans Licht, dass über 2 000 Kinder und Jungendliche von sexueller Ausbeutung betroffen sind. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Asiaten 20 Prozent der Straftäter ausmachen. Allerdings ist die Datenlage sehr lückenhaft, folglich fehlt bei über 40 Prozent der Fälle die Information über die Volkszugehörigkeit der Täter. Daher betont Peter Davies, der Vorstand von CEOP, dass das sexuelle Anmachen und Ausbeuten von Kindern auf keinen Fall verstärkt einer Ethnie zugeordnet werden kann. Durch die unvollständigen und ungenauen Daten dürften keine voreiligen Schlüsse gezogen werden.

In der Studie wurden 2 083 Opfer sexueller Ausbeutung identifiziert, davon stammen 311 Kinder aus dem staatlichen Fürsorgesystem, während 570 Ausreißer waren. Es wird erwartet dass die Studie einen generellen Mangel an Ermittlungen aufdeckt. In über 1 000 Fällen konnten die Behörden den Hintergrund des Kindes nicht identifizieren, was darauf hinweist, dass die Polizei, soziale Einrichtungen, und Wohltätigkeitsorganisationen die Fälle nicht ausreichend untersuchen. In vielen Fällen wurde nicht einmal das Geschlecht des Opfers notiert.

Auch im Bezug auf die Opferzahlen gibt es Zweifel: Letztes Jahr sind allein Wohltätigkeitsorganisationen mit 2 900 Kinder, die Opfer sexueller Ausbeutung waren, in Kontakt getreten. Es wird vermutet, dass die untersuchten Fälle nur einen Bruchteil der tatsächlichen Anzahl darstellen, und dass demzufolge die Dunkelziffer weitaus größer ist.

Link zum Artikel (englisch)

Link zur Website des CEOP (englisch)

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