24 Fälle von Kinderhandel in Indien aufgedeckt

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

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In einer gemeinsamen Aktion von Polizei und einer Kinderfürsorge-Organisation konnte am vergangenen Sonntag, dem 12. Juni, in der Nähe der indischen Stadt Imphal die Verschleppung von fünf Kindern im Alter von 11 bis 16 verhindert werden. Die Beamten stoppten nachts ein Fahrzeug, in dem die fünf Jungen zusammen mit einem Ehepaar und den Eltern von drei der Kinder unterwegs waren; der 38jährige Fahrer und seine Ehefrau, die den Polizisten bereits wegen früherer Vorfälle im Rahmen von Kinderhandel bekannt sind, wurden festgenommen. Die Kinder sollten nach Chennai gebracht werden – angeblich, um dort kostenlos Erziehung und Bildung zu erhalten. Mit diesen Versprechen wurden die Eltern der Jungen getäuscht, da die Kinder tatsächlich zu einem Waisenhaus gebracht werden sollten. Dort sollten sie entweder zur Arbeit gezwungen werden oder aber dem Waisenhaus helfen, den ausländischen Interessenten und Agenturen vorzutäuschen, dass es viele zu vermitteltende Kinder geben würde. Bei einer Vermittlung würde die Einrichtung viel Geld verdienen.

Bereits zwei Wochen vorher waren 19 Kinder aus einem Kinderhaus in Maharastra gerettet und an ihre Eltern zurückgegeben worden. Sie waren im Jahr 2007 aus Manipur verschleppt worden und in das Kinderhaus gebracht worden. Diesen Kindern und ihren Eltern wurde ebenfalls vorgetäuscht, freie Bildung und Erziehung zu erhalten.

Allein in Manipur sind zwischen 2007 und 2010 über 200 Fälle von Kinderhandel gemeldet worden, die Dunkelziffer dürfte aber weit höher sein. Daher hat das Sozialministerium in Manipur im November 2010 ein Gesetz erlassen, das es verbietet, Kinder zu Bildungszwecken aus Manipur wegzubringen, wenn sie nicht älter als 12 Jahre alt sind oder noch die Grundschule besuchen.

Link zum Thema (englisch)

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