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Asien: Jährlich millionenfacher Missbrauch Minderjähriger durch Touristen

aktiv gegen kinderarbeit |  Bild:  © earthlink e.v.

aktiv gegen kinderarbeit | Bild: © earthlink e.v.

Trotz zahlreicher Hilfszusagen verschiedenster Institutionen auf dem „Weltkongress gegen Kinderhandel, -prostitution und –pornographie“ im November 2008 hat sich die Situation der Jungen und Mädchen in den Touristenregionen Asiens nicht verbessert – noch immer werden in Asien mindestens eine Million Kinder in die Prostitution gezwungen. Laut Schätzungen von Unicef gibt es allein auf den Philippinen 80.000, in Thailand sogar 100.000 Kinderprostituierte. Die bei Sextouristen derzeit beliebtesten Angebote in Asien? All-Inclusive-Aktionen – bis zu vier Wochen in einem entlegenen Haus mit einem oder mehreren kleinen Kindern. Auch deutsche Touristen gehen auf diese oder ähnliche Angebote ein: bis zu 10.000 Kinder werden jedes Jahr von Deutschen missbraucht. Weltweit werden jährlich etwa 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution und Pornographie gezwungen, mit 1,2 Millionen Kindern wird Handel getrieben, 150 Millionen Mädchen sowie 73 Millionen Jungen werden Opfer sexueller Gewalt. Oft reichen die Zuwendungen, die die Minderjährigen von den Pädofilen erhalten, aus, um eine Großfamilie zu versorgen – Kindesmissbrauch wird damit zum weltweit lukrativsten Gewerbe, sowohl für familiäre als auch für organisierte Zuhälter. Um vor Entdeckung und Strafverfolgung sicher zu sein werden die Behörden und Amtsträger der jeweiligen Länder bestochen; besonders Kambodscha ist daher die neue Hochburg unter Sextouristen. Gemeinsam mit den asiatischen Regierungen versuchen Kriminalbeamte von Interpol den Kampf gegen Kinderprostitution zu gewinnen, die Täter haben sich allerdings bereits an die Situation angepasst: mit Hilfe von Internetforen werden Adressen „sichere Hotels“ und anderer Möglichkeiten für „ungestörte Kontakte“ ausgetauscht. Aber nicht nur Touristen sind Täter: Da ein in Asien weit verbreiteter Glaube besagt, man erfahre eine Verjüngung, wenn man mit einer „Unberührten“ verkehre, zahlen asiatische Männer bis zu 1000 Dollar für eine Nacht mit einer Jungfrau – auch die Angst vor Aids treibt die Männer dazu, immer jüngere Mädchen zu verlangen.

Deutsche Reiseanbieter haben mittlerweile reagiert: sie versprechen schärfere Kontrollen und eine verbesserte Informationsstruktur. Auch sollen Hotels, in den Kinderprostitution geduldet wird, sofort aus dem Angebot der Reiseveranstalter genommen werden, Verträge mit diesen Hotels werden automatisch gekündigt. Dennoch bleibt viel zu tun im Kampf gegen Missbrauch und Ausbeutung  Minderjähriger, um die Kinder zu schützen und ihr Recht auf ein besseres Leben durchzusetzen.

Link zum Artikel (deutsch)

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