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Jemen: Lage der Kinder verschlechtert sich stetig

Laut UNICEF verschlimmert sich die Lage der Kinder im Jemen derzeit zusätzlich auf Grund der anhaltenden Proteste gegen die Regierung Ali Abdullah Salehs. Einige Schulen in al-Mansoura und al-Mu’alle im Gouvernement Adan mussten Angriffe der Demonstranten erdulden. Der nun schon sieben Jahre andauernde Krieg im Nordjemen führte dazu, dass die jüngste Generation der Heranwachsenden ständiger Gewalt und Gefahren ausgesetzt ist. Von den 300 000 Menschen, die vor den Wirren des Krieges flüchten mussten, sind schätzungsweise 60% unter 18 Jahre alt, die Entwicklung dieser Kinder und Jugendlichen wird durch die traumatisierenden Kriegserlebnisse behindert.

Die aus der Kriegsituation resultierende Armut fördert Kinderhandel nach Saudi Arabien, wo die Minderjährigen in Hoffnung auf ein besseres Leben für Arbeiten wie Prostitution, Drogenschmuggel und weitere illegale Beschäftigungen missbraucht werden. Diejenigen unter ihnen, denen eine Flucht gelingt und ins Jemen zurückkehren, fristen fortan ihr Dasein als Straßenkinder in den großen Städten des Landes. Obwohl der Jemen die UN Kinderrechtskonvention unterzeichnete, arbeitet eine Großzahl an Kindern in gefährlichen und illegalen Beschäftigungen, oftmals werden sie von Banden ausgebeutet und misshandelt. Laut Studie der UNICEF leben aktuell 30 000 Kinder auf der Straße, Tendenz steigend. Die Kinder stammen unter anderem auch aus somalischen Flüchtlingsfamilien. Laut United Nations Development Program (UNDP) geht in den ländlichen Gebieten, wo 72% der Jemeniten leben, nur jedes dritte Mädchen zur Schule. Trotz Bemühungen, die Lage zu verbessern, hat der Jemen immer noch die schlechteste Bildungsbilanz im gesamten arabischen Raum vorzuweisen. Die Jungs lernen oftmals von Kindesbeinen an, schwere Waffen zu bedienen – kein Wunder in einem Land, in dem es dreimal soviel Waffen wie Einwohner gibt und wo jährlich 500 bis 600 Kinder Opfer von kriegerischer Auseinandersetzungen werden.

Link zum Artikel (englisch)

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