Ausbeuterische Kinderarbeit auf Tabakplantagen in Kasachstan

Auf den Tabakplantagen in Kasachstan werden Kinder im Alter von zehn bis 17 Jahren ausgebeutet. Dies geht aus dem Bericht von Human Rights Watch  „Höllische Arbeit“ für das Jahr 2010 hervor.

Die Kinderarbeit in landwirtschaftlichen Betrieben ist ein akutes Problem in Kasachstan. Die Kinder kommen hierher oft zusammen mit ihren  Familien – Wanderarbeitern aus den Nachbarländern Usbekistan sowie Kirgisistan und auch Tadschikistan, wo sowohl die Armut als auch die Arbeitslosigkeit besonders hoch sind.

Der Tabakanbau erfordert viel Handarbeit und ist mit außergewöhnlich hohen Risiken für die Gesundheit verbunden, auf die Kinder besonders empfindlich reagieren. Zu den gefährlichen Folgen zählt man unter anderem: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. Mit der Zeit kann die Arbeit mit Pestiziden schwere Verletzungen des menschlichen Gehirns und Krebs hervorrufen. Die Kinder haben dabei genauso schlechte hygienische und Wohnbedingungen wie die Erwachsenen.

Kinder von Wanderarbeitern dürfen auch nicht die Schule besuchen, weil laut Gesetz nur solche Kinder die Schule besuchen können, deren Eltern eine Aufenthaltserlaubnis besitzen.

In der Sommersaison arbeiten Kinder vielfach bis zu 12-13 Stunden am Tag und die Arbeit beginnt oft um 4 Uhr morgens.

Die weltweit bekannte Kampagne Philip Morris unterstützt offiziell die Ablehnung von Kinderarbeit bei der Herstellung des Rohstoffs Tabak. Aber im Januar 2010 hat PMI zugegeben, dass ihr über 22 Fälle von ausbeuterischer Kinderarbeit auf Tabakplantagen bekannt sind.

Insgesamt hat Human Rights Watch 86 Fälle solcher Kinderarbeit im Jahr 2010 registriert. In der Realität gibt viel mehr gleich geartete Fälle. Die Regierung Kasachstans hat 911 Fälle von ausbeuterischer Kinderarbeit im Jahre 2009 offiziell eingestanden, im Jahre 2008 waren es 1202 Fälle.

Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass laut dem Arbeitsgesetzbuch Kasachstans die Arbeit von Minderjährigen unter 18 Jahren unter schädlichen und gefährlichen Arbeitsbedingungen eigentlich verboten ist.

Zum Artikel auf russisch nicht verfügbar

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