Raketen aus Kinderhand

Die entwicklungspolitische Hilfsorganisation Jugend Eine Welt machte in einer Presseaussendung vom 28.12.2010 auf die menschenverachtenden Bedingungen und auf ausbeuterische Kinderarbeit in der Feuerwerkskörperproduktion aufmerksam. „So prächtig und pompös Feuerwerke zelebriert werden, so erschreckend sind die Hintergründe ihrer Herstellung“, sagt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer des Hilfswerks Jugend Eine Welt. Mit dieser Aktion möchte die Organisation mehr Aufmerksamkeit beim Kauf von Raketen, Knallern und anderen Feuerwerkskörpern erreichen. Produkte aus Österreich oder anderen EU-Ländern sollten, auch wenn sie teuerer sind, die vergleichbaren Billigraketen aus Indien oder China auf der Einkaufsliste ersetzen. Indien ist, nach China der zweitgrößte Produzent von Feuerwerkskörpern weltweit. Über 90 Prozent der Produktionsstätten von Raketen konzentriert sich auf die Region in und um Sikavasi. In 40 Dörfern werden insbesondere von Frauen und Kindern Feuerwerkskörper unter menschenverachtenden Bedingungen produziert. Die Arbeitsbedingungen sind prekär. „Besonders erschreckend ist, dass häufig Kinder und Jugendliche in der Feuerwerksproduktion mitarbeiten“, erklärt Herr Heiserer: „Für eine Schulausbildung bleibt da natürlich keine Zeit. Hinzu kommen die schädlichen Stoffe mit denen die Heranwachsenden hantieren. Diese beeinträchtigen ihre Gesundheit oft für den Rest ihres Lebens.“ Jeder neunte Arbeiter leidet an Asthma oder Tuberkulose. Auch tödliche Unfälle sind wegen der schlechten Sicherheitsvorkehrungen die Regel – in den letzten zehn Jahren verloren allein in Sikavasi 75 Menschen ihr Leben und 190 wurden bei der Arbeit verletzt. Ein Tipp von Reinhard Heiserer: „Auch ein Jahreswechsel ohne Feuerwerk kann Spaß machen und mit dem gesparten Geld kann man sich etwas anderes Schönes leisten“. Link zum Artikel

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