Kinderprostitution in Nepal

„Mädchen sind weniger wert, als ein Fernseher oder ein Wasserbüffel“, so Joseph Aguettant, Leiter der Zweigstelle Nepal von Terre des Hommes. Obwohl Nepals Wirtschaft am Boden liegt, boomt das Sexgewerbe. Frauenhandel und Prostitution gehören in der globalisierten Welt zu den lukrativsten Geschäften. Nachdem in den 90er Jahren in Nepal zahlreiche Teppichmanufakturen geschlossen wurden, in denen Kinder beschäftigt waren, gab es kaum neue Arbeitsstellen für junge Mädchen. Sie wurden Opfer von Prostitution und Mädchenhandel – mit falschen Versprechungen geködert oder gar gekidnappt und nach Indien, Korea oder in den arabischen Raum verschleppt. Terre des Hommes schätzt die Zahl der jungen Mädchen, die allein im Kathmandu-Tal als Prostituierte arbeiten, auf 13.000. Die Hilfsorganisation versucht seit Jahren, der nepalesischen Regierung das Problem bewusst zu machen: Werden die Mädchen als Opfer anerkannt, haben sie Anrecht auf eine Entschädigung. Lokale NGOs wie Change Nepal bieten neben Gesundheitsberatung spezielle Programme an, um den Prostituierten den Ausstieg aus dem Milieu zu erleichtern. Dies beinhaltet eine praktische Alltagsbegleitung, z.B. indem die Mädchen bei der Eröffnung eines Bankkontos unterstützt werden. Der Ausstieg scheitert oft daran, dass die traumatisierten Mädchen ihr verdientes Geld lieber sofort für Drogen, Essen oder Kleider ausgeben, um ihr Leben etwas angenehmer zu gestalten. Link zum Artikel

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