Strohgäu: Gegen Grabsteine aus Kinderarbeit

Das internationale Kinderhilfswerk Terre des Hommes schätzt, dass jeder zweite Stein, der auf einem deutschen Friedhof steht aus Indien stammt. Ein Großteil dieser Steine soll unter ausbeuterischen Bedingungen von Kindern abgebaut werden. Das gibt einigen Kommunen im Strohgäu zu denken. Doch verbieten lassen sie sich nicht. Anders ist die Situation bei den Anschaffungen der Kommunen. Dort achten die Angestellten immer stärker darauf, fair gehandelte Produkte zu kaufen. In Ditzingen forderten die Fraktionen der Grünen und der SPD die Verwaltung schon vor langer Zeit auf, Auskunft über ihre Beschaffungsrichtlinien zu geben. Dies ergab, dass sich Ditzingen bei allen öffentlichen Anschaffungen bereits freiwillig an die Verwaltungsvorschrift Kinderarbeit von Baden-Württemberg, welche auf der ILO Konvention beruht, hält. Dies gilt aber nicht für von Privatpersonen angeschaffte Grabsteine. Andreas Eberwein von den Grünen fordert eine Zertifizierung für Grabsteine. Auch Ditzingens Bürgermeister Ulrich Bahmer sicherte zu, eine entsprechende Formulierung in die Friedhofsordnung einzufügen, wenn er es dürfte. Ein Verbot könne zu rechtlichen Schwierigkeiten führen und ist deshalb nicht möglich. So wurde bereits in Rheinland-Pfalz von einem Gericht entschieden, dass keine Kommune Vorschriften über den Kauf von Grabsteinen machen dürfte. Terre des Hommes sieht auch diese rechtlichen Bedenken und fordert die Bundesländer auf, ein Verbot von nicht zertifizierten Steinen zuzulassen. Wie wir bereits berichteten, gibt es solche Regelungen bisher nur im Saarland und in Bremen. Sollte der Gemeindetag eine rechtskonforme Änderung der Friedhofssatzungen vorschlagen, werden Gemeinden im Strohgäu dies umsetzen. Hier geht´s zum Artikel -nicht mehr verfügbar

Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.