Zum Inhalt springen

Kinderarbeit in den USA

Einige Tausend Kinder arbeiten auf amerikanischen Feldern oder Baustellen. Der Großteil dieser Kinder kommt aus Mexiko und hält sich illegal in den USA auf. So auch der 15-jährige Esteban. Er lebt gemeinsam mit 9 weiteren Einwanderern in einem herunter gekommenen Wohnwagen am Waldrand in North Carolina unter schrecklichen Bedingungen. Sie sind für die Kartoffelernte in die USA gekommen und schuften dort den ganzen Tag. Er habe sich mittlerweile an die Situation gewöhnt, so Esteban. Für jeden vollen Eimer geernteter Kartoffeln verdient er 35 Cent. Emily Drakage von NC-Field, einer NGO, die sich für die Rechte von Minderjährigen einsetzt, erklärt, dass viele Kinder ihre Jugend, Bildung und Gesundheit für die Arbeit opfern. Nur so bekämen sie etwas zu essen. Dennoch haben diese Kinder am Ende kaum Chancen im Leben. Mindestens 43 Kinder starben schon während der Feldarbeit. Statistiken über Verletzungen gibt es nicht. Die Kinder gehen aus Angst vor der Ausweisung nicht zum Arzt. Die Gesetze zum Schutz der Kinderarbeiter in der Landwirtschaft sind veraltet. Sie stammen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als es normal war, dass die Kinder in den Sommerferien bei der Ernte halfen. Die Verantwortung für die Arbeiter liegt beim Farmer. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass alle Gesetze eingehalten werden (Arbeitsschutz, sanitäre Anlagen, Arbeitsbedingungen). Link zum Artikel
Der wirtschaftliche Druck zwingt die Farmer allerdings regelrecht dazu billige lateinamerikanische Arbeiter zu beschäftigen. So sehen sie sich die Papiere oft gar nicht erst an. Emily Drakage fühlt sich machtlos. Sie kann den Kinderarbeitern kaum helfen, auch weil die Gesetze die Kinder kaum schützen. „Mit zwölf Jahren darf man unbegrenzt viele Stunden vor oder nach der Schule auf dem Feld arbeiten“, erklärt sie. „In anderen Industriezweigen sind die Kinder besser geschützt“, fügt sie hinzu. Dabei ist gerade die Landwirtschaft einer der gefährlichsten und härtesten Arbeitsbereiche im Land. Schule und Farmarbeit zu vereinen, das gelingt den meisten Kindern nicht. So fällt es auch den Lehrern sehr schwer Kinderarbeiter in die Klasse zu integrieren. Ohne Schulbildung sind die Chancen der Kinder einmal beruflich aufzusteigen verschwindend gering. Die einzige Alternative für Esteban wäre die Rückkehr nach Mexiko. Da dort die Armut allerdings noch größer ist, wird er in North Carolina bleiben müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.