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Terre des hommes zum internationalen Tag der Menschenrechte

Heute, der 10. Dezember, ist der internationale Tag der Menschenrechte. Terre des hommes widmet ihn den jungen Mädchen, die in der Textilindustrie als quasi-Sklaven arbeiten müssen. Im südindischen Tirupur, einem der größten Textilstandorte der Welt, werden rund 40.000 junge Mädchen in Spinnereien und Nähereien wie Sklaven gehalten und ausgebeutet. „Die Mädchen bekommen etwa 20 Euro im Monat und das Versprechen auf einen Bonus von etwa 500 Euro nach Ablauf von drei Jahren. Sie arbeiten 12 Stunden am Tag, werden auf dem Fabrikgelände in überfüllten Hütten festgehalten und sind Beschimpfungen, Schlägen und sexueller Belästigung durch die Aufseher ausgesetzt“, so Barbara Küppers, Kinderarbeitsexpertin bei terre des hommes. Viele Mädchen versuchen immer wieder aus den Fabriken zu fliehen. Hintergrund dieser Form der Ausbeutung ist das sogenannte Sumangali-System. Dabei werden gezielt junge Mädchen aus armen Familien rekrutiert, die den versprochenen Bonus für ihren Brautpreis nutzen wollen. Mit falschen Angeboten und Versprechungen locken Mittelsmänner diese Mädchen vor allem in Spinnereien und Nähereien, wo das Sumangali-System am weitesten verbreitet ist. „Das Sumangali-System verstößt gegen Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, nämlich das Verbot jeglicher Form der Sklaverei. Es ist eine besonders krasse Form der Ausbeutung, weil die Schutz- und Wehrlosigkeit der Mädchen von Arbeitgebern gezielt ausgenutzt wird“, erklärt Barbara Küppers. Immer wieder führt terre des hommes Aufklärungskampagnen bei den jungen Mädchen durch, um diese über Arbeitsrechte und den Schutz vor Sklaverei zu informieren. Zudem fordert die Organisation die Handelsunternehmen auf, bei ihren Zulieferern für gerechte, Existenz sichernde Löhne, feste Arbeitsverträge und weitere Sozialleistungen zu sorgen. Anfang 2011 wird terre des hommes Handelsunternehmen und Arbeitgeber in Tirupur zu einem Runden Tisch mit den örtlichen Menschenrechtsorganisationen einladen. Ziel ist es, die Nutzung des Sumangali-Systems zu beenden und Alternativen zu diskutieren. Link zum Artikel

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