Maßnahmen gegen Kinderarbeit nützen auch erwachsenen Arbeitern

Die NGO „India Committee of the Netherlands“ hat eine Studie über den Zusammenhang zwischen Maßnahmen gegen Kinderarbeit und einer möglichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Erwachsenen in Indien veröffentlicht. Im Bericht “No Child Labour – Better Wages” konnte bestätigt werden, dass das Engagement gegen Kinderarbeit auch erwachsenen Arbeitern zugute kommt. Durch die Abschaffung der Kinderarbeit würde die Nachfrage nach erwachsenen Arbeitskräften steigen, wodurch deren Verhandlungsposition erheblich verbessert werden könne. Die Arbeiter sind somit in der Lage, ihre Forderungen nach angemessenen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen erfolgreicher durchsetzen. Die Ergebnisse beziehen sich auf eine Fallstudie in der Baumwollsaatgutindustrie Adrah Padreshs, wo Kinderarbeit und Hungerlöhne lange Zeit Normalität waren. Die durch Regierung, Industrie und NGOs initiierten weit reichenden Maßnahmen zur Beseitigung von Kinderarbeit konnten bewirken, dass die Zahl der arbeitenden Kinder in der Saatgutindustrie in den letzten zehn Jahren enorm zurückging, die Zahl der Schulkinder im Gegenzug stieg, und heute in einigen Regionen „nur“ noch 10% der Arbeitskräfte Kinder sind (im Vergleich zu früher 80- 90 %). Bericht „No Child Labour- Better Wages“
Gerade in diesen Regionen gab es seit 2005 auch einen deutlichen Anstieg der Löhne für Landarbeiter (ca. 150%). Daneben konnten die Arbeiter weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durchsetzen, zum Beispiel angemessene Arbeitsverträge und kostenlose Transportsysteme für die weiten Strecken zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Die Entwicklungen in der Saatgutindustrie hätten auch Auswirkungen auf den gesamten Agrarsektor, wo sich Lohne und Arbeitsbedingungen deutlich verbesserten, seit die Maßnahmen gegen Kinderarbeit Erfolge zeigen konnten.

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