„Blutige“ Kohle für Deutschland?

Obwohl Kohlekraftwerke als der größte Klimakiller gelten, wollen die deutschen Energiekonzerne in Zukunft nicht auf Steinkohle verzichten. Ganz im Gegenteil sind in den nächsten Jahren 24 weitere Kraftwerke geplant. Doch nicht nur die Umwelt muss darunter leiden. Energieerzeuger wie Vattenfall, EnBW, Evonik und Eon verwenden in zunehmendem Maße Kohle aus Kolumbien, die dort unter katastrophalen Bedingungen abgebaut wird. Mittlerweile ist Kolumbien auf Platz 2, nach Russland, der wichtigsten Kohlelieferanten für deutsche Kraftwerke (ca. 1/4 der importierten Kohle). Der Grund dafür ist der extrem niedrige Preis – 30$ pro Tonne, im Vergleich zu 230$ pro Tonne bei deutscher Steinkohle. Die Kosten allerdings trägt die Bevölkerung und die Umwelt in Kolumbien. Die Minen dort gelten neben den chinesischen als die gefährlichsten weltweit. Während sich die Weltöffentlichkeit um die 33 verschütteten Kumpel in Chile sorgte, starben bei einer Explosion in einer kolumbianischen Mine 73 Bergarbeiter. Kaum jemand nahm Notiz. Nach offiziellen Angaben kamen in den letzten sechs Jahren 500 Bergleute in Kolumbien ums Leben, 300 wurden verletzt! Doch auch außerhalb der Minen fordert der Bergbau seine Opfer. Menschenrechtsorganisationen berichten von Kinderarbeit, Angriffe auf Gewerkschaften, Vertreibungen und sogar Mord. Zur Gewinnung des Rohstoffes werden ganze Landstriche, zum Teil auch Naturschutzgebiete, entvölkert, ohne das die Betroffenen entschädigt werden. „Durch den Kohlebergbau in Kolumbien wird die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört“, sagt Sebastian Rötters, Bergbauexperte der Menschenrechtsorganisation Fian. Die großen Gewinner sind die Konzerne in Deutschland, die dank dieser „blutigen“ Kohle riesige Gewinne erwirtschaften. Zwar weisen diese die Vorwürfe zurück und berufen sich auf die Einhaltung von Mindeststandards wie sie im Global Compact und bei der ILO festgelegt sind, für Menschenrechtler wie Rötters ist dies zu wenig. Er sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht. „Deutschland darf keine Energiepolitik betreiben, die auf der Missachtung von Menschenrechten und Umweltverschmutzung basiert.“ Link zum Artikel

Dieser Beitrag wurde unter Wirtschaft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.