US-Gesetz gegen die Verarbeitung von kongolesischen Blutmineralien in der Elektro-Industrie

Sogenannte „Konfliktmineralien“ aus der Demokratischen Republik Kongo sind schwer zurückzuverfolgen, werden aber oft von Elektronikkonzernen zur Herstellung von Handys, PCs und anderen technischen Geräten verarbeitet. Die meisten Teile von Handys werden im Auftrag der westlichen Konzerne in Asien hergestellt, dabei werden Mineralien wie Zinn, Tantal und Wolfram aus allen Teilen der Welt benötigt. Eine der Herkunftsregionen ist der Kongo. Global Witness, eine Organisation, die internationale Konflikte beobachtet, berichtet, dass der Mineralienhandel im Kongo von Rebellengruppen, Milizen und Einheiten der Armee kontrolliert wird- die Zivilbevölkerung wird dabei Opfer von Massakern, erzwungener Arbeit oder es werden Kindersoldaten rekrutiert. Um dem Handel einen Riegel vorzuschieben, soll in den USA nun ein Gesetz die Elektronikkonzerne verpflichten, die Herkunft der von ihnen verwendeten Mineralien nachzuweisen. Die Reaktion der Industrie ist zwiegespalten- das Ziel wird für lobenswert gehalten, allerdings könnte sich die tatsächliche Zurückverfolgung in den meisten Fällen als unmöglich erweisen. So werden Mineralien aus dem Kongo oft zur Schmelze nach Ruanda oder Malaysia gesendet, wobei sie nach diesem Vorgang bereits anders deklariert werden.
Apple-Chef Steve Jobs erklärt, dass alle seine Zulieferer konfliktfreie Mineralien benutzen müssten, dies aber solange nicht zuverlässig zu kontrollieren sei, bis es ein chemisches Verfahren zur eindeutigen Zuschreibung von Mineralien zu ihren Herkunftsminen gebe. Andere Befürchtungen gehen davon aus, dass das neue US-Gesetz den kompletten Minenbetrieb im Kongo zum Erliegen bringen könnte und Arbeiter aus legalen Minen so arbeitslos würden und sich Rebellengruppen anschlössen. Allerdings gibt es im Kongo kaum legal betriebene Minen, fast alle werden bereits jetzt vom Militär und Milizen kontrolliert, es werden illegale Steuern erhoben und ganze Regionen mafiaähnlich kontrolliert. Link zum Artikel (englisch)

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