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Human Rights Watch (HRW) verurteilt Kinderarbeit im Senegal

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch prangerte am Donnerstag die Ausbeutung zehntausender Kinder im Senegal an: „Der Senegal sollte nicht tatenlos zusehen, wie zehntausende „Taliabe“-Kinder jeden Tag Schlägen, Vernachlässigung und sklavenähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind“, so Georgette Gagnon, Afrika-Vorstand bei HRW. „Talibes“ sind Kinder, die aus senegalesischen Dörfern oder Guinea-Bissau stammen und in heimähnlichen Koranschulen, sogenannten „Daaras“, landen, wo sie fortan der Kontrolle eines „Marabout“ – Vormund und Lehrer – ausgesetzt sind. In einem Bericht beschreibt HRW das System des Missbrauchs und der Ausbeutung minderjähriger Jungen – die meisten unter ihnen zwischen vier und 12 Jahre alt – welche von den Marabouts dazu gezwungen werden, bis zu zehn Stunden täglich zu betteln.
Typische Daaras sind verlassene oder heruntergekommene Gebäude, die wenig Schutz bieten. 30 Kinder schlafen hier in kleinen Kammern. Die senegalesische Regierung hatte zwar 2005 ein Gesetz erlassen, das Zwangsbettelei untersagt, die zuständigen Behörden läuteten allerdings keine konkreten Maßnahmen bei Gesetzesverstößen ein. HRW fand heraus, dass die Marabouts zwischen 20.000 und 60.000 US$ im Jahr allein durch erzwungenes Betteln verdienen – dies in einem Land, in dem die meisten Menschen mit weniger als 2 US$ am Tag auskommen müssen. Die Menschenrechtsorganisation fordert nun von der Regierung eine Regulierung der Koranschulen und gezieltes Einsetzen verantwortlicher Lehrer, welche die Gesetze zu Kindesausbeutung und Zwangsbettelei nicht übertreten.1)2)

  1. Link zum Original-Artikel nicht mehr aufrufbar []
  2. Bericht von Human Rights []

Ein Gedanke zu „Human Rights Watch (HRW) verurteilt Kinderarbeit im Senegal“

  1. Pingback: Senegal: Kinder weiterhin zum Betteln gezwungen | Aktiv gegen Kinderarbeit

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