Klage gegen Lidl

Juristen der Verbraucherzentrale Hamburg, unterstützt vom European Center for Constitutional and Human Rights und der Kampagne für Saubere Kleidung, haben eine Klage gegen den Discounter beim Landgericht Heilbronn eingereicht. Sie beruht auf den eklatanten Missständen in den Zuliefererbetrieben der Dritten Welt und auf der irreführenden Werbung Lidls diesbezüglich – das Unternehmen wirbt für offensiv für seinen Einsatz für „sozialverträgliche Arbeitsbedingungen…vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern“. Wie sich nun zeigt sieht die Realität jedoch anders aus: Bei Kontrollen in drei bengalischen Textilfabriken Lidls wurden mehrfache Verstöße gegen die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie des Europäischen Programms für Sozialstandarts (BSCI) – zu dem sich Lidl eigentlich bekennt – offensichtlich.
Die Arbeitszeit für die Näherinnen und Näher in den Lidl Zuliefern beträgt oftmals bis zu 80 Stunden pro Woche, 7 Arbeitstage und Lohnabzüge für scheinbare Vergehen, Diskriminierungen und die Verwehrung einer gewerkschaftlichen Vertretung sind an der Tagesordnung. Den Arbeiterinnen und Arbeitern wird ein Lohn von 2700 bengalischen Takka gezahlt, was in etwa 27 Euro entspricht. Auf 60 Arbeitsstunden pro Woche umgerechnet beträgt der Studenlohn somit 0,11 Euro. Kritiker berichten: „Der Lohn reicht nicht aus, um eine durchschnittliche Familie zu ernähren.“ Ein Arbeiter erzählte, „dass seine Kinder abends ohne Essen schlafen gehen müssen“. Zu den Vorwürfen äußerte sich Lidl bislang nicht – hierzu wolle man erst nach weiteren Kontrollen in Bangladesh Stellung nehmen. Hingewiesen wird allerdings auf das Kooperationsprojekt Lidls mit der GTZ in Bangladesh – eigentlich ein Programm um die Arbeitsbedingungen in den 73 Zuliefererfirmen zu verbessern. Passiert ist in dieser Hinsicht allerdings, wie die erschreckenden Zustände in den drei bengalischen Fabriken zeigen, offensichtlich nichts. Link zum Artikel

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