Hungerlöhne in der Sportartikelbranche

In der Sportartikelbranche werden noch immer Hungerlöhne bezahlt, wobei besonders die Produktion von Fußbällen davon betroffen ist. Die Fußbälle werden überwiegend in drei Ländern Asiens, mithilfe unterschiedlicher Verfahren hergestellt. Der offiziele Spielball der Europameisterschaft 2008 bspw. wurde in einem aufwendigen Verfahren in Thailand thermisch geklebt. Maschinengenähte Bälle dagegen kommen aus China und in Pakistan werden sie sogar handgenäht. Ein Problem dabei ist, dass die großen Unternehmen für Sportartikel wie Adidas, Puma oder Nike fast nichts mehr selbst produzieren, sie lassen meist fertigen und das vor allem in Asien. Die Firmen wollten zunächst nichts von den unwürdigen Arbeitsbedingungen, Hungerlöhnen oder Kinderarbeit wissen. Dazu kam es erst 1998 zum Zeitpunkt der Fußballweltmeisterschaft, als die Organisation „Fairtrade“ den Skandal aufdeckte und dagegen vorging. Auch während den Olympischen Spielen 2004 war die Produktion von Sportartikeln wieder öffentliches Thema.
Die Initiative „Fair Play“ (ein Bündnis verschiedener NGO`s und internationaler Gewerkschaften) befragte zuvor Beschäftigte in kombodschanischen, chinesischen, indonesischen und türkischen Fabriken, die Bekleidung und Sportschuhe für namhafte Auftraggeber aus dem Westen fertigten. Die Arbeiter berichteten von Billigarbeit, Zwangsüberstunden, tätlichen Angriffen und von sexueller Belästigung. Seitdem hat sich zwar in Sachen Gesundheit und Arbeitssicherheit einiges geändert, aber es ist immer noch zu wenig, da das Problem mit den niedrigen Löhnen nach wie vor besteht. Einige Arbeiter in chinesischen Werken verdienen nur etwa 0,53 Dollar in der Stunde. Genauso wie Beschäftigte einiger Subunternehmen nicht mal 90 Dollar im Monat verdienen, für eine Arbeitszeit von 12-13 Stunden am Tag. Mit diesem Lohn könnten sie sich nicht einmal ein Paar Sportschuhe leisten, die sich womöglich selbst zusammengeklebt haben… Mittlerweile rühmt sich Adidas damit, die sozialen Standards ein zu halten, die Fabriken regelmäßig zu kontrollieren und auf diese Weise so viel Transparenz wie möglich geschaffen zu haben. Adidas lässt, als zweitgrößter Anbieter von Sportartikeln, allein in China rund 250 Werke für sich arbeiten. Aber inzwischen dürfen auch unabhängige Organisationen die Adidas-Lieferanten kontollieren. Link zu: Zeit Online

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