Teilen + unterstützen!

Kinderhandel in der Grenzregion zwischen Guatemala und Mexiko nimmt zu

Die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko ist mittlerweile Mittelpunkt von Menschenhandelsaktivitäten geworden. Allein in diesem Jahr hat die Anzahl der Fälle von Menschenhandel die des kompletten Jahres 2006 bereits überschritten. Dort werden Mädchen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren für einen Preis zwischen 100 und 200 US-Dollar verkauft. Eine Studie der Organisation „Fin de la Prostitution infantil“ berichtet, daß in Tapachula, Chiapas, einer Grenzstadt in Guatemala, 21.000 Opfer dieses Verbrechens und über 500 Kneipen und Bordelle exisitieren. Mehr als die Hälfte der betroffenen Personen stammen aus Guatemala. Der Rest kommt aus Honduras, Nicaragua y El Salvador.
Maria Eugenia Villareal, Vertreterin der ECPAT in Guatemala bestätigt, daß Minderjährige im Alter zwischen 8 und 14 Jahren mittels eines falschen Vorwands an die Grenze gebracht werden, wo sie dann für 100-200 US-Dollar verkauft werden. Obwohl die meisten von ihnen sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind, werden sie auch gekauft, um zu arbeiten, sei es in Haushalten, in der Landwirtschaft, als Müllsammler, als Bettler, in der Prostitution oder im Handwerk. Fast die Hälfte dieser Kinder waren bereits vor Erreichen des 12. Lebensjahres sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft von Guatemala sieht jene Grenze als einen der Orte weltweit, wo Kinderhandel am häufigsten vorkommt. Die Studie von ECPAT legt offen, daß Tapachula, Chiapas als Ausgangspunkt des Verkaufs zu sehen ist. Von dort gelangen die Kinder dann in die verschiedensten Regionen, wie beispielsweise Veracruz, Oaxaca, Guerrero, Jalisco, bis in die Vereinigten Staaten von Amerika. Guatemala wurde wegen seines fehlenden Willens zum Kampf gegen den Menschenhandel bereits durch die Vereinigten Staaten sanktioniert.
Die Menschenhändler erwirtschaften jährlich bis zu 12 Millionen US-Dollar durch ihr illegales Vorgehen. Álex Colop, Staatsanwalt, erklärt, daß eines der Hauptprobleme das Fehlen einer adäquaten Gesetzgebung mit drastischen Stafen ist. Demzufolge läßt man die „Schieber“-Syndikate gewähren. Man hat ebenfalls noch nicht geschafft, den Etablisments Einhalt zu gebieten, in denen die Kinder arbeiten müssen, berichtet Colop. Eine der größten Schwierigkeiten ist zusätzlich, daß die Minderjährigen meist gefälschte Dokumente mit sich führen, die ihnen ein höheres Alter bescheinigen. Somit trauen sie sich nicht, bei den Behörden Anzeigen zu erstatten. Ein weiteres Problem stellt für die Opfer die Angst vor dem Verlust des Einkommens dar, daß häufig für Familienangehörige gedacht ist.
Link zu ECPAT Deutschland .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.