Kinderarbeit in der Kosmetikindustrie

„Es ist verstörend, dass sechsjährige Mädchen in Minen arbeiten, damit sich Frauen weltweit verschönern können“, so Bhuwan Ribhu von der indischen Kinderrechtsgruppe Bachpan Bachao Andolan (BBA). Es sei dringend erforderlich, dass Kosmetikfirmen, Konsumenten und Regierungen ihren Einfluss geltend machten. Der in Indien geschürfte Glimmer, auch Katzensilber genannt, findet in der Farben- und Elektroindustrie, aber auch in der Kosmetikproduktion Verwendung. Ein minderjähriges Kind kann in einer zwölfstündigen Schicht umgerechnet 63 p verdienen. BBA geht davon aus, dass zehn von 1000 Kindern in den Glimmerminen Jharkhands östlich von Delhi arbeiten. Diese Art illegaler Beschäftigung Minderjähriger ist der örtlichen Polizei und den Exportfirmen bekannt. Ein Teil des Glimmers landet auch beim in Deutschland angesiedelten Pharma- und Chemieriesen Merck. Mit Vorwürfen zu Kinderarbeit konfrontiert, berief sich das Unternehmen einerseits auf den Umstand, die Produktionskette nicht lückenlos überwachen zu können, andererseits auf eine Studie der deutsch-indischen Export Promotion Foundation, die ergab, dass Kinder ausschließlich innerhalb eines geschützten familiären Rahmens in den Glimmerminen beschäftigt seien. Es wurden keine Fälle von Zwangsarbeit oder Schuldknechtschaft aufgedeckt. Die gesundheitlichen Risiken wurden hier jedoch nicht thematisiert: So berichteten Kinder von Schlangenbissen, Malaria, Knochenbrüchen und Hitzschlag

Quelle: Artikel von The Times Online (nicht mehr verfügbar)

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