Kinderarbeit im Libanon

Die Zahlen sind erschreckend hoch: 100.000 Kinder arbeiten im Libanon – oft illegal. In Beirut gehören bettelnde Kinder zum Straßenbild dazu. Sie geben ihre Tageseinnahmen direkt an Erwachsene weiter, welche einem ausbeuterischen Netz angehören. „Wir können nicht mit Sicherheit sagen, weshalb man einen Großteil der Kinder auf der Straße antrifft, ohne die gesamten Hintergründe zu verstehen“, so Carla Lewis von World Vision. Kinderhandel ist differenzierter als das stereotype Bild vermuten lässt, welches in den Massenmedien kolportiert wird, in denen häufig Kidnapping, Verschleppung und sexuelle Ausbeutung thematisiert werden. Nach Lewis lassen sich drei Komponenten der Definition für Menschenhandel unterscheiden: der eigentliche Akt (Rekrutierung, Transport), die Mittel (Zwang, Täuschung, Entführung) und die Absicht (z. B. Ausbeutung). Das Libanesische Arbeitsgesetz aus dem Jahr 1946 sieht keine spezielle Gesetzgebung hinsichtlich des Verkaufs von und Handels mit Kindern vor, allerdings kann Entführung und ausbeuterische Arbeit bei unter 13jährigen mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden. Der ILO zufolge arbeiten Kinder im Libanon hauptsächlich in kleineren Handwerksbetrieben (55%), Privathaushalten und als Selbstständige (17%), 14% als ungelernte Arbeitskräfte und 9% an Maschinen. World Vision führt derzeit eine Untersuchung zum Thema durch und will Bürger und Abgeordnete durch Workshops sensibilisieren. Link zum Artikel (englisch) – nicht mehr verfügbar

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