Eine neue Zukunft für ein nepalesisches Mädchen

Maya Waiba war noch nicht zehn Jahren alt, als einen Arbeitauftragsnehmer zu ihr ins Dorf kam und ihren Eltern versprach, dass Maya eine gute Bildung und ein gutes Gehalt in Kathmandu bekommen würde. Sie arbeitetet jedoch 18 Stunden pro Tag sowohl im Sommer als auch im Winter bei einer Teppich- Fabrik an den Webstühlen. Dies macht sie unter ausbeuterischen Bedingungen. Ein Kinderzentrum in Nepal öffnet aber neue Möglichkeiten für Jugendliche wie Maya. Jetzt bekommt Maya eine Bildung und kann an ihre Zukunft denken.„Ich freue mich, dass ich zur Schule gehen kann,“ sagte Maya. „Damit kann ich ein besseres Leben leben, als vorher und sicher sein, dass meine Kinder auch die Möglichkeit haben werden, in der Schule zu gehen. Ich möchte nicht, dass sie dieselben schlechten Erfahrungen machen müssen, wie ich es musste."

Mayas neues Leben beginnt, als sie aus einer Teppich- Fabrik in Kathamandu gerettet und in einem Rehabilitationszentrum von Rugmark Nepal aufgenommen wird. „Ich wäre gern Lehrerin. Ich möchte am liebsten junge Kinder unterrichten und ich würde gerne meinen jüngeren Schwestern helfen,“ sagte Maya. Maya ist zwar nach ihrem Erlebnis auf dem Weg der Heilung, aber ungefähr 44 Millionen weitere Kinder werden in Südasien zur Arbeit gezwungen. Von ihnen sind die meisten weiblich. Trotz der Maßnahmen gegen Kinderarbeit, einschließlich Verboten in fast allen Ländern der Region, bleibt die Praxis wegen Armut und fehlenden Bildungsmöglichkeiten weitgehend bestehen. Bildung für Mädchen ist der effektivste Weg, um Armut zu überwinden. Bei gebildeten Mädchen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie als Erwachsene ein höheres Gehalt bekommen und später heiraten. Zudem ist es wahrscheinlich, dass sie ihren Kinder eine Bildung sichern und so helfen, Kinderarbeit zu beenden.

Rugmark Nepal ist Teil einer globalen Initiative, die von UNICEF und der ILO unterstützt wird, mit dem Ziel, Kinderarbeit in der Teppichindustrie zu beenden. Regelmäßig überprüft sie 120 Fabriken in Kathmandu auf Kinderarbeit und zertifiziert sie. Somit können sie bei Exporten den Kunden garantieren, dass kein Kind bei der Herstellung ausgebeutet wurde.

Rugmark Nepal versucht auch, diese Kinder mit ihren Eltern zu vereinen. Wenn dies nicht möglich ist, ziehen die Kinder in Hamro Gahr (Unseres Haus) ein, in welchem sie Zugang zu Bildung bekommen können. Ziel ist, den ausgebeuteten Kindern ein neues Leben nach ihrer Zeit in der Teppichindustrie zu bieten. Die Kinder haben meist junge Gesichter aber alte Hände von der Arbeit an den Webstühlen.

Bei Mädchen besteht die Gefahr, dass sie zur Arbeit gezwungen werden. In Entwicklungsländern besuchen 61 Prozent der Jungen und 57 Prozent des Mädchens eine Schule, meldete die ILO. In den am wenigsten entwickelten Ländern sind diese Zahlen niedriger: 32 Prozent der Jungen und 26 des Mädchens besuchen eine Schule. Laut der ILO seien Mädchen oft die letzten Kinder, die zur Schule angemeldet werden und die ersten, die abgemeldet werden, wenn eine Familie eine Entscheidung treffen muss.

Ohne Zugang zu Bildung nehmen die Mädchen früher am Arbeitsleben teil, warnt die ILO. Steigende Arbeitslosigkeit versetzt mehr Familien in Armut. „Mädchen bleiben im Schatten stehen. Wenn man den Mädchen die Ausbildung vorenthält, wird ihnen und ihren Familien eine gute Zukunft verwehrt,“ sagt UNICEF- Direktor Daniel Toole.

Link zum Artikel (englisch)
Rugmark Nepal

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