Teilen + unterstützen!

Sextourismus in Kolumbien

Zunehmende und alarmierende Kinderprostitution und Sextourismus in Lateinamerika sind gravierende soziale Probleme der armen Länder wie Kolumbien. Aufgrund fehlender Kontrollmechanismen durch staatliche Institutionen können diese kaum bewältigt werden. Laut Statistiken von Kinderrechtsorganisationen gibt es u. a. in Ländern wie Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Ecuador, Nicaragua, Salvador, Kolumbien und Venezuela mehr als 10 Millionen Kinder, die zur Kinderprostitution missbraucht und gezwungen werden, um das lukrative Geschäft weiterzuführen, das jährlich zwischen 8 und 10 Millionen Dollar zirkulieren lässt. Zu dieser Problematik kommen noch mangelhafte soziale und politische Programme der meisten Lateinamerikanischen Länder hinzu, wie z.B. fehlende Bildungsmöglichkeiten, extreme Armut und zukunftslose Perspektiven vieler Kinder, die hauptsächlich wegen Hunger und Not in vielen Fällen von ihren Angehörigen zur Kinderprostitution gezwungen werden.

Ein Beispiel dieses Elend ist Kolumbien, ein bevorzugtes Ziel vieler Sextouristen. In großen Städten wie Bogotá, Cartagena, Medellín und Calí kommen tausende von Touristen aus den USA und Europa, die besonders das Land wegen des vielfältigen Sextourismusangebots in den verschieden Regionen Kolumbiens besuchen. Überraschenderweise bekommen die meisten Kunden dieses grausamen Geschäfts vollständige Informationen, durch ein gut etabliertes Internetnetz von Menschenhandelorganisationen, die das blühende Geschäft in Europa und Amerika mit den Touristen betreiben. In den kolumbianischen Großstädten sind die ausländische Gäste bereit durchschnittlich zwischen 50 und 100 Euro zu zahlen, um einen all inclusive Ausflug in die zentralen Freizeit- und Vergnügungsorten des Landes durchzuführen. In der Regel haben die Sextouristen Anspruch auf eine große Auswahl von Kinder zwischen 9 und 15 Jahre, die am meisten aus den nahen armen Regionen Kolumbiens kommen und in der Prostitution ihre einzige Alternative sehen, um aus der Armut zu flüchten. Diese Art von Kindermissbrauch und Menschenrechtsverletzungen ist eines der größten sozialpolitischen Defizite der sozialen Politik Kolumbiens, da sich die Politik der aktuellen kolumbianischen Regierung auf die Bekämpfung der Rebellengruppen und Guerillas fokussiert hat, und gleichzeitig wichtige soziale und bürgerliche Aufgaben des Staates vernachlässigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.