Kinderarbeit in Vietnam

Trotz wirtschaftlicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren, gibt es in Vietnam weiterhin Defizite, die den sozialen Sektor betreffen, so auch das Problem der Kinderarbeit. 1994 wurde mit dem Labour Code das Mindestarbeitsalter von Kindern auf 15 Jahre festgelegt, neben einer Arbeitszeit von höchstens sieben Stunden täglich und 42 Stunden in der Woche. Doch die Realisierung des Gesetzes erweist sich als schwierig. Allein zwischen 2006 und 2008 ist die Zahl arbeitender Kinder von 10.000 auf 20.000 angewachsen. Zu den Arbeiten gehören neben Haus- und Feldarbeit, die gesellschaftlich akzeptiert und unreflektiert hingenommen werden, auch ausbeuterische Arbeiten, so zum Beispiel Prostitution. Armut gilt als Hauptursache. Hinzu kommt eine fehlende öffentliche und familiäre Wahrnehmung der Bedeutsamkeit von Bildung, was dazu führt, dass Generationen von Kindern – gerade in ländlichen Regionen – der Armutsspirale zum Opfer fallen.
Rie Vjes Kjeldgaard, Direktor der ILO in Vietnam sieht eine enge Verknüpfung zwischen Bildung und umfassender Armutsbekämpfung, die durch ein soziales Netzwerk geschaffen werden könnte, um Erwachsenen langfristig sichere Arbeitsplätze und ein angemessenes Einkommen zu ermöglichen. Nguyen Dinh Ton von der Vietnamesischen Gesellschaft zum Schutz der Kinderrechte (VAPCR) fordert die Einführung härterer Strafen bei Missachtung, die Einrichtung von Gemeindezentren sowie beratender Gremien vor Ort, die mit der Gesetzeslage bezüglich Kinderschutz, Fürsorge und Bildung vertraut sind. Dies sei ein Weg, Kinderrechte gesellschaftlich zu etablieren. Link zum Artikel

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