Soziale Verantwortung von Unternehmen – mehr Schein als Sein?

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Unternehmen für ein soziales Verantwortungsbewusstsein ausgesprochen – auch bekannt unter dem englischen Begriff Corporate Social Responsibility (CSR). Aus Angst vor Imageverlust stecken sie Millionen in Werbekampagnen, die beweisen sollen, dass das eigene Unternehmen zu seiner sozialen und ökologischen Verantwortung steht. Meistens haben sie auch einen Code of Conduct, einen Verhaltenskodex. Darin werden z.B. Richtlinien in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz oder Kinderarbeit festgelegt. Viele Unternehmen unterstützen neben ihrem laufendem Betrieb soziale Projekte auf der ganzen Welt. So soll der Verbraucher ein Bild von dem Unternehmen "als Teil der Gesellschaft" erhalten. Klingt gut, aber wie nachhaltig ist dieses Engagement?

Die finanzielle Unterstützung von z.B. Kranken- und Waisenhäusern ist durchaus als wichtig zu erachten, doch wie glaubwürdig ist ein Unternehmen, dass gleichzeitig von Lieferanten bezieht, deren Arbeitsbedingungen alles andere als sozial sind. Und wie sinnvoll ist es, Millionen in CSR-Kampagnen zu investieren, anstatt hinter den Kulissen zu handeln und z.B. faire Löhne zu bezahlen? Dass es trotzdem kaum mehr ein Unternehmen ohne CSR gibt ist einleuchtend, schließlich werden durch die "freiwillig auferlegte Unternehmensverantwortung" global gültige Gesetze überflüssig. Dank CSR geraten die Unternehmen nicht ins Fadenkreuz der Kritiker, der Konsument kauft mit gutem Gewissen und alle sind zufrieden. Die Kontrolle der festgelegten Richtlinien spielt allerdings für die wenigsten Unternehmen eine entscheidende Rolle. Kaum ein Verbraucher macht sich die Mühe, die oft 50 Seiten langen CSR Berichte zu lesen – in denen oftmals nur wenige soziale Aspekte sehr unspezifisch aufgeführt werden. Für einen Sportschuh z.B., der bei uns hundert Euro kostet, erhält eine Näherin in Asien rund 40 Cent. In bessere Arbeitsbedingungen anstatt in Werbekampagnen und Imagepflege zu investieren wäre nicht nur sozial nachhaltiger, sondern würde Unternehmen auch glaubwürdiger machen. Der Grundgedanke des CSR mag nicht verkehrt sein, doch wenn dies nur dazu führt Fassaden zu polieren hat die Idee sein Ziel verfehlt. Quelle:pressetext.austria

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