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Kinderarbeit in Afghanistan

Kinderarbeit erweist sich als ein Thema wachsender Dringlichkeit in Afghanistan. Jüngsten Schätzungen zufolge arbeitet dort eines von vier Kindern zwischen sieben und 14 Jahren. Soziale und kulturelle Faktoren spielen eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Einstellung eines Haushaltes bezüglich Kinderarbeit. Um diese Faktoren genauer erforschen zu können, wurden Interviews mit 33 armen Haushalten in städtischen und ländlichen Gebieten Afghanistans geführt. Fachleute aus dem Arbeits- und Sozialministerium wurden zusammen mit NGOs beauftragt, Richtlinien und Empfehlungen zu entwickeln. Die familiäre Entscheidung, Kinder arbeiten zu lassen, wird beeinflusst durch eine Kombination verschiedener Faktoren: Armut, Geschlechterrollen und die Zusammensetzung des Haushaltes bedingen den Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten.
So wägen Familien Kosten und Nutzen von Arbeit und Schulbesuch gegeneinander ab. Die Wahrnehmung eines zukünftigen Potentials spielt hier hinein: Arme Haushalte, in denen die Kinder die Schule besuchen, können kurzzeitige Entbehrungen mit der Aussicht auf langfristige Gewinne (eine gut bezahlte Arbeit z. B.) rechtfertigen. Der Zugang zu und die Qualität der Bildung, die unterschiedliche Einschätzung gesundheitlicher und moralischer Risiken, sowie das Vorhandensein erfolgreicher Vorbilder im sozialen Netzwerk bestimmen die Kompromissfindung. Ziel der Studie ist es nun, programmatische Entwicklungen hinsichtlich Prävention, Minderung und Abschaffung von Kinderarbeit voranzutreiben. Bisher gibt es noch keine umfassende Strategie, um Regierungsmaßnahmen und Aktionen von NGOs unter einen Hut zu bringen. Link zum Artikel (englisch)

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