Pattaya: Hochburg des Kindersex-Tourismus

Rund 800’000 Minderjährige werden in Thailand zur Prostitution gezwungen, schätzen Kinderschutzorganisationen. Eine Reportage der «Rundschau» deckte nun die erschreckenden Ausmaße des Kindersex-Tourismus in der thailändischen Ferienmetropole Pattaya auf. Die Schweizer Reiseanbieter Kuoni und Hotelplan haben den «Code of Conduct» unterschrieben, in dem sie sich dazu verpflichten, in ihren Angeboten keine Kindersex-Touristen zu tolerieren. Ob dieses Versprechen auch eingehalten wird, wollte die «Rundschau» herausfinden.

Ein Reporter buchte acht von neun Hotels aus dem Angebot der beiden Reiseanbieter und gab sich jeweils als Sextourist aus. Auf die Frage, ob sie ihm minderjährige Jungen vermitteln könnten, gaben die Etagenboys meistens dem Wunsch ihres Gastes nach und verwiesen ihn an bestimmte Adressen. In einem Fall bot sich der Etagenboy sogar gleich selbst an. Auch als der Reporter mit einem minderjährigen Thai-Mädchen an der voll besetzten Rezeption vorbei marschiert, reagiert niemand. Wer ein fremdes Kind mit auf sein Zimmer nehmen will, kann dies offenbar ungehindert tun.

Beide Reiseveranstalter zeigen sich schockiert über die Bild- und Tonaufnahmen aus den Hotels. Pressesprecher der Veranstalter gaben bekannt, dass die Hotels höchstwahrscheinlich aus den Katalogen gestrichen werden, fall sich herausstellen sollte, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt. Sich in Pattaya völlig aus dem Kindersex-Tourismus herauszuhalten sei jedoch fast unmöglich, erklärte der Leiter eines lokalen Kinderheims. Das organisierte Verbrechen kontrolliere das Geschäft und habe Einfluss bis in die obersten Etagen der lokalen Regierung und Polizei. Ein international tätiger Polizeifachmann, der in Pattaya verdeckt ermittelt sagte sogar, dass man keine Reise nach Pattaya anbieten dürfe, wenn man mit Kinderprostitution nichts zu tun haben wolle.

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