Rebellenführer in Sierra Leone wegen Kriegsverbrechen angeklagt

Am Mittwoch wird der Gerichtshof in Freetown, Sierra Leone, über drei Rebellenführer entscheiden, die wegen massiver Bürgerkriegsverbrechen im Februar diesen Jahres verurteilt worden waren. Issa Susay, Morris Kallon, Augistine Gbao von der Revolutionary United Front sollen während des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in Sierra Leone zahlreiche Morde,Verstümmelungen und Vergewaltigungen befehligt und ausgeführt haben. Als der Krieg im Jahr 2001 endete, waren 120.000 Menschen tot, Zehntausende hatten Arme, Beine, Nasen oder Ohren verloren. Die Liste der vom Gericht angeführten Verbrechen ist lang. Die RUF wird beschuldigt, mehrere tausend Menschen in den rebelleneigenen Minen gezwungen zu haben, Blutdiamanten zur Kriegsfinanzierung zu schürfen. Unschuldige Zivilisten wurden getötet, Häuser gebrandschatzt. Vergewaltigungen, sexuelle Gewalt und Verstümmelungen waren an der Tagesordnung. So genannte Small Boys Units, zwangsrekrutierte und schwer bewaffnete Kindersoldaten, die unter der Zivilbevölkerung einen grausamen Ruf genossen, wurden zu Kriegshandlungen gezwungen, als Spione oder Bodyguards eingesetzt und gezwungen, Verbrechen an der Bevölkerung vorzunehmen. Die Anklage fordert nun 40-60 Jahre Haft – die Verteidigung plädiert auf Milde. Die Verhandlung der drei Rebellenführer markiert den letzten Abschnitt eines langen Prozesses in Freetown. Aus Sicherheitsgründen wurden laufende Verhandlungen gegen Liberias früheren Präsidenten Charles Taylor nach Holland verlegt. Unbekannt ist, wann der Gerichtshof in Den Haag den Fall aufnehmen wird. Link zum Artikel (englisch)

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