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Paraguay und die Normalität der Kinderarbeit

In der Gemeinde Canindeyú versuchen staatliche Behörden nun Kinderarbeit in den verhältnismäßig sehr armen und ländlichen Regionen Paraguays entgegenzuwirken, wofür 116 landwirtschaftliche Komitees gegründet wurden. Ein Netzwerk bestehend aus Kirchen, Schulen, Gemeindeämtern, dem Gemeinderat soll für die Rechte der Kinder und Jugendlichen, ebenso wie Richter, Lehrer, Polizeibeamte, Staatsanwälte und Jugendämter, eintreten. Gestartet wurde die Initiative von der spanischen Organisation Movimiento por la Paz, el Desarme y Libertad. Finanziell und technisch wird das Projekt von der Internationalen Arbeits-Organisation ( ILO) unterstützt, die auch Soforthilfeprogramme ermöglicht, um dem Ziel allen Kindern eine solide schulische Grundausbildung zu vermitteln als bald als möglich näher zu kommen. Ebenfalls intentioniert das Projekt Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Ausbildung und Lehre. Dabei wird ansatzweise an sogar an einen Gesundheitsdienst und ein Freizeitwesen gedacht.
In Paraguay ist Kinderarbeit an der Tagesordnung und es gibt ca. 100.000 Kinderarbeiter. Auch Touristen lassen sich im Supermarkt von Kindern entweder Einkaufstüten tragen, das Auto überwachen oder die Schuhe putzen. Dass Kinder auch als Obst- und Gemüseverkäufer arbeiten zeigt, wie wenig wert dort in weiten Kreisen auf schulische Weiterbildung gelegt wird und wie sehr Kinderarbeit in der Gesellschaft traditionsbedingt verhaftet ist. Zum Beispiel erschwert das Arbeiten an verkehrsmäßig verschmutzten Hauptverkehrsadern aufgrund zahlreicher Risiken und Gefahren zudem überhaupt an eine Kindheit westlicher Prägung mit all jenen Privilegien zu denken. Vermeintlich erfordert der Konkurrenzkampf der Kinderstraßenverkäufer jedoch andere Mittel als die Kenntnis komplizierter linguistischer oder mathematischer Fähigkeiten, da ständig mehr Kinder und Jugendliche nachrücken und die besten Straßenverkäuferplätze für sich in Anspruch nehmen.

Quelle: Artikel von Mediaquell (nicht mehr verfügbar)

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