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ECPAT im Interview: Ziele und Maßnahmen des Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung

Am dritten Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern, der vom 25.-28. November in Rio de Janeiro stattfindet, nimmt zusammen mit ca. 3.000 weiteren Delegierten auch Mechthild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT, teil. Die 54-jährige Sozialwissenschaftlerin und Journalistin ist dort nicht nur als Referentin, sondern als Vertreterin von ECAPT International auch als Organisatorin von Workshops usw. vor Ort. Entwicklungspolitik Online sprach mit ihr über ihre Vorstellungen, wie Kinderhandel, Prostitution und Missbrauch ein Riegel vorgeschoben werden könnte.
Auf die Frage nach den wichtigsten drei Zielen des Weltkongresses forderte Maurer als allererstes konkrete Aktionen sowie verbindliche Verabredungen konkreter Maßnahmen und nicht bloß wieder irgendein neues Papier. Als zweites erwägt sie internationale sowie intersektorale Zusammenarbeit, also Kooperation zwischen NGO’s, Regierungen und dem privaten Sektor. Im Zuge der Veränderungen der sexuellen Gewalt durch neue Technologien fordert sie neue Maßnahmen auszuklügeln, die an diese Entwicklung angepasst sind. EPO wollte zusätzlich wissen, wie groß sie die Chancen einschätzt diese Ziele zu erreichen. Darauf antwortete Maurer, dass sie nicht glaube, dass das Problem vor 2009 gelöst werden könne. Aber sie sieht in dem Weltkongress schon eine große Chance, um sich auszutauschen und vor allem das Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen. Dort ergebe sich vor allem die Gelegenheit Vertreter des privaten Sektors zu überzeugen einen Beitrag zum Schutz der Kinder und Jugendlichen zu leisten. Auf die Frage worin oder bei wem die Knackpunkte lägen, nahm die Geschäftsführerin von ECPAT Bezug auf das Strafrecht der unterschiedlichen Staaten. Dieses sei hinsichtlich des Schutzes vor sexueller Ausbeutung immer noch national geregelt, obwohl das Problem eine globale Angelegenheit sei. EPO fragte zudem nach konkreten Maßnahmen durch die Bundesregierung. Daraufhin prangert Maurer an, dass in Deutschland immer noch Ausländerrecht vor Kinderschutz stehe. In einigen Bundesländern werden immer noch Kinder nach Razzien in Bordellen umgehend abgeschoben. Es werden ihrer Meinung nach zwar schon viele Modellprojekte auf den Weg gebracht, aber immer dann, wenn Kinder- und Opferschutz Geld koste, fände sich niemand, der die geforderten Ansätze politisch und auf der Verwaltungsebene nachhaltig umsetze. Das Interview wurde von EPO-Redakteurin Petra Gabriel geführt. Interview bei epo (Link nicht mehr abrufbar – 06.10.2014)

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