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Trotz Abkommen: Kinder arbeiten weiterhin auf usbekischen Baumwollfeldern

In Usbekistan werden trotz der Ratifizierung zweier Abkommen gegen Kinderarbeit, weiterhin Kinder im Schulalter auf die Felder geschickt, so der kürzlich veröffentlichte Bericht „Forced Child Labour in Uzbekistans 2008 Spring Agricultural Season“. In den Abkommen wird unter anderem das Mindestalter für Beschäftigung sowie unverzügliche Maßnahmen gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit geregelt. Dennoch arbeiteten zehntausende Schüler, manche von ihnen jünger als zwölf Jahre, bei der Baumwollernte für die zeitweise eigens sogar die Schulen geschlossen wurden. Die Kinder erleiden Hitzschlag, Verbrennungen und diverse Infektionskrankheiten aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen. Die im Rahmen des Berichts Befragten beklagen massiven Druck, den die Regierung auf Eltern ausübt, die ihre Kinder in der Schule lassen wollen sowie auf jeden, der Nachrichten über die Arbeitsbedingungen nach außen trägt. Daher fehlt vielen der Mut ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen1)
Die ortsansässigen Farmer rechtfertigen die Anstellung der Kinder mit den zu hohen Forderungen der Erwachsenen. Der Bericht zitiert einen von ihnen: „Erwachsene fordern hohen Lohn, geregelte Arbeitszeiten und Achtung ihrer Rechte. Wenn die Forderungen nicht erfüllt werden, funktionieren sie als Arbeiter nicht. Deshalb ist es bequemer Kinder zu beschäftigen, denn die beschweren sich nicht.“ Große amerikanische und europäische Textilkonzerne wie Wal-Mart, Tesco, Marks & Spencer, Target und GAP verwenden offiziell bereits keine Baumwolle mehr aus Usbekistan. Um die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Verluste abzufedern richtet Taschkent seine Exporte nun verstärkt auf die Märkte in Asien und dem Mittleren Osten aus. Auf der jährlichen Baumwollmesse in Taschkent am 14. und 15. Oktober wurden mit den neuen Partnern aus China, Indien, Pakistan, Bangladesh, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten Deals im Wert von einer Milliarde US-Dollar abgesegnet. Dadurch sieht sich die usbekische Regierung vorerst nicht gezwungen ernsthaft etwas an den Zuständen zu ändern.

  1. Humanium: Wurde Kinderarbeit in Usbekistan wirklich eingestellt?; Artikel vom 26.09.2017 []

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