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Bettelverbot mit Kindern in Wien

Das Betteln von und mit Kindern ist seit dem Beschluss der Gesetzes-Novelle vom 4. Juni 2008 in Wien verboten worden. Das Gesetz soll der Sicherheit der Kinder dienen und sie vor allem auch vor Ausbeutung durch organisierte Banden schützen. Da Kinder mehr Mitleid erregen als Erwachsene werden sie nicht selten zum Betteln gezwungen. Bei den Bettelnden handelt es sich häufig um Analphabeten, die rumänischen oder bulgarischen Randgruppen entstammen. Laut der Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger sei das Verbot die einzige Möglichkeit den Teufelskreislauf Armut zu durchbrechen. Verstöße gegen das neue Gesetz sollen mit einer Geldstrafe von bis zu 700 Euro oder bei uneinsichtigen Wiederholungstätern mit einer Freiheitsstrafe von einer Woche geahndet werden. Link zum Artikel
An dem Gesetz wurde jedoch seit dessen Beschluss massive Kritik laut. Fraglich ist zum einem, ob Bettler das nötige Kleingeld besitzen, um eine Geldstrafe von mehreren hundert Euro zahlen zu können. Während das Bettelverbot bei SPÖ, FPÖ und ÖVP auf Zustimmung traf, kritisierten die Grünen, dass das Gesetz nicht die Armut, sondern die Armen bekämpfe. Außerdem wird dem österreichischen Landtag vorgeworfen, dass das Verbot u. a. auch der optischen Verschönerung der Innenstadt dienen sollte, vor allem da es noch vor dem Start der Fußball EM beschlossen wurde. Die Caritas sowie die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien befürchtet zudem, dass das Bettelverbot Zwangsprostitution und Diebstahl zur Folge haben könnte. Außerdem sei das Betteln in Wien durch organisierte Banden laut Innenministerium kaum relevant. Es handele sich meist um Familien, die sich mit Geldsammeln über Wasser halten. Neben dem Gesetzesbeschluss wollen die österreichischen Behörden aber auch mit Hilfeeinrichtungen in den Heimatländern der Kinder operieren, denn es ist unbestritten, dass die betroffenen Kinder dem Teufelskreis der Armut ohne fremde Hilfe nicht entrinnen können. Dahinter steckt der Lösungsansatz das Problem „Armut“ an den Wurzeln zu packen. So soll das Verbot beispielsweise auch an verschiedenste Hilfemaßnahmen gekoppelt werden.

Ein Gedanke zu „Bettelverbot mit Kindern in Wien“

  1. Gibt das Innenministerium jetzt schon zu, dass es keine organisierten Banden gibt!? Wird auch Zeit. Auf jeden Fall halte ich das Bettelverbot für Kinder für einen richtigen Schritt, jedoch braucht es hier begleitende Maßnahmen, die machen das ja nicht weil’s soviel Spaß macht. Schlimm finde ich die derzeitigen Anti-Bettler Durchsagen der Wiener Linien. Schlimm ist noch untertrieben, eigentlich ist das eine Frechheit, betteln an sich darf nicht kriminalisiert werden! Positiv in dem Zusammenhang finde ich den Ansatz eine Lobby für diese Schwächsten der Gesellschaft zu schaffen. http://bettellobbywien.wordpress.com/ Weiter so! Herbert

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