Zunehmende Kinderprostitution in Gambia fordert weitere Maßnahmen

Trotz nationaler Gesetze ist nimmt die Kinderprostitution in Gambia deutlich zu. Wie Bakary Badjie von der Child Protection Alliance (CPA) mitteilte, verlagerten sich die Tatorte von Hotels in die Ortschaften, wo die Kontrolle schwieriger sei. Nach Angaben einer erwachsenen Prostituierten, die anonym bleiben will, seien viele ihrer „Kolleginnen“ deutlich jünger als 18, manche gar erst 12. Viele der Mädchen kommen aus sehr armen Verhältnissen und können durch Prostitution oftmals ein Vielfaches des sonstigen Lohnniveaus erreichen. Darüber hinaus gebe es Geschenke von Freiern in Form von Armbanduhren oder Handys. Manche „Stammkunden“, die meist aus Europa kommen, bieten sogar an, gegen regelmäßigen Verkehr die schulische Ausbildung der Mädchen zu finanzieren. Ein Grund, weshalb auch viele Eltern die Taten an ihren Kindern einfach geschehen lassen…
Problematisch ist das Problem auch, weil der Tourismus, und damit leider auch der Sextourismus, einen großen Teil der Staatseinnahmen Gambias ausmacht. Dennoch hat die Staatsführung nach Aussagen der UNICEF und anderer NGOs einige positive Schritte eingeleitet. Unter anderem würden Hotelbetreiber dazu aufgefordert, Fehlverhalten ihrer Gäste an die Behörden zu melden. Täter, die sich an Minderjährigen vergehen, können nach aktueller Rechtslage mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. In Touristenzentren sind zusätzliche Wachtruppen unterwegs, die sowohl Touristen als auch Einheimische vor Übergriffen jeder Art schützen sollen. Doch zwischen Theorie und Praxis liegen derzeit noch Welten. Viele Hotels präsentieren diesen Verhaltenskodex zwar groß in ihrer Lobby, für die Überprüfung der Einhaltung scheint aber niemand verantwortlich zu sein. Dennoch gehen die Bemühungen von UNICEF und CPA weiter. Im Ocean Bay Hotel in Bakau wurde zum Beispiel erreicht, dass das Wachpersonal die Gäste beim Betreten der Anlage überprüft und Minderjährige, die nicht als Gäste zugeordnet werden können zur Überprüfung an die Rezeption bringt. Insgesamt müssen zusätzliche Gäste als Begleitung angemeldet und ihr Aufenthalt bezahlt werden. Andere (wenige) Hotels sind mittlerweile noch strikter und verbieten zusätzliche Übernachtungsgäste generell. Doch wegen der eingangs angedeuteten Verlagerung der Kinderprostitution in Dörfer oder in kleine Hotels ist das Problem so noch lange nicht gelöst. Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit muss daher vor allem bei den Familien, Lehrern und Ortsvorstehern betrieben werden.1)

  1. Der Artikel bei Reuters AlertNet ist leider nicht mehr verfügbar. []
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