„Tchibo Shirts: Gefertigt für Hungerlöhne“

Greenpeace-Mitarbeiterin trickst Tchibo aus

© Kirsten Brodde

Um zwei T-Shirts des Kaffeerösters und Textilvertreibers Tchibo rankt sich eine kuriose Geschichte die eine bittere Realität zum Thema hat. Durch einen Newsletter wird die Bloggerin Kirsten Brodde Anfang Juni auf ein Angebot des Konzerns aufmerksam gemacht. Zum Preis von 12,90 Euro werden T-Shirts mit individuellem Druck angeboten. Die Greenpeace-Mitarbeiterin bestellt zwei Exemplare. Die Schriftzüge „Gefertigt für Hungerlöhne“ und „Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht“ sollen die T-Shirts zieren. Kaum zu glauben: Tchibo produzierte die Shirts tatsächlich. Auf Nachfrage von Frau Brodde wurden sie allerdings dann doch zurückgefordert. Als Entschädigung bot man ein Päckchen Kaffee an- selbstverständlich fair gehandelt. Die Bloggerin lehnte ab und startete im Gegenzug eine Aktion um die Geschichte publik und auf die zweifelhaften Produktionsbedingungen des Unternehmens aufmerksam zu machen. Bekleidet mit dem Beweisstück postierte sie sich vor einer Hamburger Tchibo-Filiale. 37 Minuten lang, dann wurde sie freundlich des Ortes verwiesen. Die Aktion war keineswegs aus der Luft gegriffen. Ende 2005 wurde Tchibo von der „Kampagne für saubere Kleidung“ (Clean Clothes Campaign) massiver Arbeitsrechtverletzungen beschuldigt, vor allem in einer Fabrik in Bangladesch. Fortdauernde Proteste von Verbrauchern führten schließlich dazu, dass Tchibo Richtlinien für faire Handelsbeziehungen entwarf. Gisela Burckhardt von der Kampagne für saubere Kleidung steht dem Erfolg dieser Maßnahmen skeptisch gegenüber. An den konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort habe sich nichts verbessert. Wirklich Nichts? Doch: In der Fabrik gebe es jetzt eine Beschwerdebox! Mehr kreative Aktionen wie die von Frau Brodde und ein wirkliches Umdenken im Handeln der weltweit agierenden Unternehmen dürften mehr bewirken. Artikel auf Spiegel online.

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