Ziegelsteine aus Kinderhand

Der Distritk Sokhrod in Ostafghanistan ist bekannt für seine Ziegeleien. Etwa 38 Fabriken befinden sich dort, etwa 2200 Kinder schuften in ihnen. Armut und Verschuldung treiben zum Teil ganze Familien in die Arme skrupelloser Fabrikbesitzer. Mohamed Gul ist einer dieser Fabrikbesitzer. Am längeren Hebel sitzend sieht er die Sache unvermeidlich: „Diese Familien schulden mir tausende Afghanis (die afghanische Währung). Sie sind wie Sklaven. Sie haben keine andere Möglichkeit, sie müssen für mich arbeiten.“ Arbeitszeiten von 8-12 h täglich, oftmals unter gefährlichen Bedingungen, sind für seine „Sklaven“ an der Tagesordnung. Ausnahmen gibt es keine. Auch nicht für vierjährige, die auch in die Arbeiten in der Ziegelei eingespannt werden. Kinderarbeit ist in Afghanistan ein weit verbreitetes Phänomen. 30% der 5-14 Jährigen sind nach Angaben der Unicef Kinderarbeiter. Zwar hat sich die Zahl der Schulanfänger seit dem Ende des Taliban-Regimes im Jahre 2001 erhöht, dennoch können in dem von Armut und Kriegen gebeutelten Land immer noch die Hälfte aller afghanischen Jugendlichen nicht lesen und schreiben. Kinderarbeit verstärkt diesen Trend: wenn die Kinder arbeiten, haben sie weder Kraft noch Zeit in die Schule zu gehen. Und auch die Politik steht dem Ganzen machtlos gegenüber. Obwohl in Afghanistan Kinderarbeit „streng verboten“ ist, müssen viele Kinder afgrund der ärmlichen Verhältnisse arbeiten gehen. Bericht von Al-Dschasira Das Video zum Bericht

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