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Französisches Zentrum für Wirtschaftsforschung: „Verbot der Kinderarbeit bringt nichts“

Sollen Produkte aus Kinderarbeit boykottiert werden ? Die Frage scheint sich in westlichen Ländern selbst zu beantworten. Doch ausgerechnet das französische Zentrum für Wirtschaftsforschung und deren Anwendung (Cepremap) steuert in einer aktuellen Veröffentlichung gegen die „vorherrschende Meinung“. „Ein Verbot der Kinderarbeit scheint (…) sowohl schwierig effektiv umzusetzen als auch wenig hilfreich, um das Schicksal der Kinder zu verbessern,“ schreiben die Autorinnen Christelle Dumas und Sylvie Lambert. Demzufolge sind wirtschaftliche Sanktionen in den meisten Fällen wirkungslos, so bei Kinderarbeit im häuslichen Bereich als auch bei den schlimmsten Formen der Ausbeutung wie der Prostitution. Weitere Schlussfolgerungen: die Kinder sind eine Stütze für ihre Familien. Wenn Kinder nicht arbeiten dürfen, werden die Familien noch ärmer und niemand verhindert, dass dann die Kinder noch Schlimmerem ausgesetzt sind. Zur Einschränkung der Kinderarbeit müsse den Haushalten Geld zur Verfügung gestellt werden, unter der Bedingung, dass sie sich an „gewisse Regeln“ halten wie z.B. medizinische Betreuung, Möglichkeit des Schulbesuches neben der Arbeit etc. In Mexiko hätten solche Programme bereits Erfolg. Die Fakten sind andere: viele Kinder können trotz Arbeit gar nicht zum Einkommen beitragen, weil sie für winzige Löhne oder ganz umsonst arbeiten. Kinderarbeit findet oft unter Bedingungen statt, die für die gesundheitliche, soziale und körperliche Entwicklung extrem schädlich sind. Hunderttausende Kinder werden zur Arbeit gezwungen, in andere Länder gehandelt, geschlagen, missbraucht und entwürdigt. Unternehmen, die Kinder beschäftigen, profitieren von der Ausbeutung der Schwächsten. Und nicht zuletzt: Kinderarbeit verstößt nicht nur gegen den schwammigen Begriff der „Moral“, sondern vor allem gegen geltendes Recht und wichtige internationale Abkommen. Diese Tatsachen zu relativieren, verhöhnt die Opfer. Man könnte natürlich auch die Verantwortlichen fragen, ob sie sich abends noch auf Unterricht konzentrieren könnten, wenn sie seit Sonnenaufgang zentnerschwere Säcke getragen oder in unbelüfteten Stollen nach Edelmetallen gegraben hätten. Der komplette Artikel in französischer Sprache

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