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H&M will auf Baumwolle aus Kinderhand verzichten

Der schwedische Bekleidungskonzern H&M kann die jüngsten Anschuldigungen seitens eines TV-Senders, zwei seiner Nähereien in Bangladesh würden von Kindern gepflückte Baumwolle aus Usbekistan beziehen, nicht länger zurückweisen. Gegenüber stern.de bestätigte Katarina Kempe, Pressesprecherin bei H&M, dass eine der genannten Nähereien Baumwolle aus Usbekistan bezieht. Das Problem, das in Usbekistan, einem der weltweiten Hauptexporteure für Baumwolle, Kinder ab 7 Jahren für bis zu 3 Monate vom Unterricht zur Ernte abgeordert werden, war auch H&M seit langem bekannt. Nun hat sich der usbekische Präsident Islom Karimov bisher geweigert, der Kinderrechtskonvention der ILO, die die wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern verbietet, zu unterzeichnen. Wer Baumwolle aus Usbekistan verarbeiten läßt, geht ein erhöhtes Risiko ein, Gewinne durch die Ausbeutung von Kindern zu erzielen. Wer seinen firmeneigenen Code of Conduct, der Kinderarbeit verbietet, nur bis zum eigenen Lieferanten umsetzen kann – wissend unter welchen Umständen die eigentlichen Rohstoffe gewonnen werden – der kann mit seinen Bemühungen gegen Kinderarbeit nicht wirklich ernst genommen werden. Link zum Artikel Weiterführende Informationen über Baumwollernte in Uzbekistan, Link zum Fernsehbeitrag auf BBC, ausgestrahlt Ende Oktober 2007
Scheinbar bemisst H&M diesem Glaubwürdigkeitsproblem jetzt ein größeres Gewicht zu und verweist nicht länger nur auf eigene Engagements an anderen Projekten. Katarina Kempe versicherte gegenüber dem stern.de, das das Unternehmen nun seine Baumwollankäufer und Spinnereien auffordern würde, keine Baumwolle mehr zu verwenden, die von Kinderhand gepflückt wurde. Bei Unsicherheiten sollten andere Lieferanten gesucht werden. Außerdem habe sich H&M jetzt an Unicef und den schwedischen Handelsminister gewandt, um die Kinderarbeit in Usbekistan bekämpfen zu können. Es bleibt zu hoffen, das die von H&M angekündigte Maßnahmen nicht nur den eigenen Verhaltenskodex bekräftigen sollen, sondern längerfristig angelegt sind. Ein zeitweiliges Medieninteresse kann die Bemühungen immerhin punktuell steuern und beschleunigen. Danke dem schwedischen TV-Beitrag.

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