Kinderarbeit in Ecuador

in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 14,573,101 (Stand 2009) 1)
  • 0-14 Jahre: 31,1% 2)
  • 10,2% der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten
  • 12,6% der Jungen und 7,8% der Mädchen in Ecuador verrichten Kinderarbeit 3)
  • 550.000 Ecuadorianer zwischen 5 und 17 arbeiten 4)

Fallbeispiel

Kinderarbeit in Quito Marco schlängelt sich zwischen den Autos hindurch, hält Zeitungen hoch und preist sie den Fahrern an. Wie er müssen in Ecuador rund zwei Millionen Kinder arbeiten. Das ist fast die Hälfte aller Kinder im Land – und eine der höchsten Quoten Lateinamerikas. Die Straßen von Quito sind voll von solchen Jungen und Mädchen, die zwischen dichtem Verkehr und den Abgasen der Autos Schuhe putzen, Rosen oder Bonbons verkaufen. Diese Kinder sieht man, nicht aber jene, die abseits der Straßen arbeiten: Mädchen. die Hausarbeit machen oder sich prostituierten. Der Staat kümmert sich kaum um dieses Problem, es ist einfach kein Geld da Deutsche Welle

Tätigkeiten / Produkte

allgemeine Rahmenbedingungen

  • große Einkommensunterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten
  • Benachteiligung der indigenen Bevölkerung
  • 16% der Bevölkerung leben von unter 1 US- Dollar pro Tag 10)
  • 31,1% der Bevölkerung sind zwischen 0 und 14 Jahre alt. 11)
  • Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,7%. (2008) 12)

Schulbildung

  • Alle Kinder müssen eine Schule besuchen bis sie ein „grundlegende Bildungs-Niveau“ erreicht haben, was meist nach 9 Jahren der Fall ist. Allerdings wird dies kaum kontolliert.
  • 97% der Kinder werden eingeschult, nur 76% erreichen allerdings die 5. Klasse
  • 92% der männlichen und 90% der weiblichen Bevölkerung können lesen und schreiben 13)

Ursachen für Kinderarbeit

  • fast 70% der Kinder in Ecuador leben in Armut
  • Mangel an Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten
  • Abwanderung der ländlichen Bevölkerung in die Städte
  • viele Eltern sind ins Ausland abgewandert um dort Arbeit zu suchen und haben ihre Kinder zurück gelassen
  • Traditionen/Sitten/Bräuche 14)15)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

* ILO Konvention Nr. 10516): ratifiziert am 5.2.1962

  • ein nationales Gesetz verbietet Menschenhandel und (Kinder-)Sextourismus, Strafen reichen von 1 bis 9 Jahren Gefängnis
  • Kinder-Zwangsarbeit: durch das Gesetz sollen Kinder vor Ausbeutung geschützt werden und menschenwürdige Arbeitsbedingungen festgelegt werden: Mindestalter der Kinder 15 Jahre, maximale Arbeitszeit für Minderjährige sind 6 h am Tag, 5 Tage die Woche, Verbot von körperlich schwerer und gesundheitsschädigender Kinderarbeit); Mindestlohn liegt bei 80% des Lohns die ein erwachsener Arbeiter verdient, der die gleiche Arbeit verrichtet; hohe Strafen für Missachtung des Gesetzes. 22)

bisherige Lösungsansätze

  • Im Jahr 2006 setzte sich die Regierung für Kinderrechte ein, und investierte in Bildungs- und Gesundheitsprogramme für Kinder. Allerdings waren diese Maßnahmen häufig nicht wirklich effektiv.
  • Gründung einer Komission gegen Kinderhandel, die mit Interpol und der nationalen Polizei zusammenarbeitet
  • minderjährige Prostituierte wurden 2006 zu ihren Familien oder NGOs (zurück) gebracht
  • Anti-Sex-Tourismus Kampagne
  • Einstellung von Kinderarbeits-Inspektoren zur Überprüfung von Betrieben
  • Bildungsstipendien für ehemalige Kinderarbeiter

bisherige Erfolge

Durch Geld von Regierungsprogrammen wurden Familien finanziell unterstützt. Dadurch konnten 2006 ca. 50.000 Kinder in der Schule bleiben anstatt arbeiten zu müssen. 23)

weitere Links

16) Abschaffung der Zwangsarbeit
17) Mindestalter 15 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung
18) Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit
19) Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder
20) Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten
21) Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie