Serbien

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in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 7.276.604 Einwohner (Stand: Juli 2012)1)
  • 0-14 Jahre: 15,1%1)
  • keine Statistiken zu Kinderarbeit

Produkte/Tätigkeiten

-> Serbien ist Verteilerzentrum für Schmuggel und Menschenhandel

Allgemeine Rahmenbedingungen

Fallbeispiel

Die 6.000 Roma-Flüchtlinge im serbischen Prokuplje leben direkt neben der Müllhalde. Es gibt keine Verbindung zum Abwassersystem der 60.000 Einwohner Stadt. Viele Flüchtlingskinder sammeln Reste aus dem Müll, um mit dem Verkauf von Metall- und Plastikteilen etwas zu verdienen. Zur Schule gehen sie nicht. Auch die elfjährige Take war zunächst vom Unterricht ausgeschlossen. Als Flüchtlingskind, das in Italien aufgewachsen war, sprach sie kein Serbisch. Von ihren Altersgenossen in Prokuplje wurde Take nach ihrer Ankunft gehänselt, weil sie fremd war und weil sie ein Roma-Kind ist. Als Neunjährige musste sie wieder in der ersten Klasse beginnen. Im Entwicklungs- und Ausbildungszentrum in Prokuplje, einem von elf in Serbien, die von Unicef unterstützt werden, kann Take jetzt den Unterricht besuchen. Hier werden Kinder aus Flüchtlingsfamilien auf die Regelschule vorbereitet. Die Leiterin des Zentrums, Aleksandra Mitrovic sagt: „Vor allem für Mädchen ist ein Platz im Zentrum die einzige Chance, der Armut zu entrinnen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“3)

  • 30% aller Kinder leben in Armut4)
  • Es gibt 500 000 Flüchtlinge im Land
  • Die Bevölkerungsgruppe der Roma die im Land leben (etwa 500 000 Menschen) wird stark diskriminiert. Roma-Mädchen werden oft Opfer von Missbrauch oder Ausbeutung
  • 34% der Roma sind Analphabeten
  • 1,5 Millionen Kinder leben in Kinderheimen. Hauptgrund ist meistens die extreme Armut der Eltern, die nicht mehr für ihre Kinder sorgen können5)
  • politische Spannungen: Serbien geht aus der früheren Republik Serbien-Montenegro hervor, welche wiederum aus der ehemaligen Jugoslawischen Republik hervorgegangen ist. Während der 90er Jahre herrschte der Balkankrieg.
  • Arbeitslosenrate: 23,7% (Stand: Oktober 2011)6)

Schulbildung

  • Analphabetenrate: 7%7)
  • Schulpflicht: es besteht Schulpflicht für Kinder zwischen 7 und 15 Jahren8)

Gründe für Kinderarbeit

  • Armut
  • hohe Anzahl an Strassenkindern
  • Tradition: Unter der Bevölkerung der Roma ist Schulbildung nicht üblich. Vorallem Mädchen bleibt der Zugabg zu Bildung versagt

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • ILO Konvention Nr. 105: ratifiziert am 10.07.20039)
  • ILO Konvention Nr. 138: ratifiziert am 24.11.2000, Ausnahmeregel: Mindestalter 15 Jahre10)
  • ILO Konvention Nr. 182: ratifiziert am 10.07.200311)
  • UN- Kinderrechtskonvention: ratifiziert am 12.03.200112)
  • UN Zusatzprotokoll Kinderhandel: ratifiziert am 10.10.200213)
  • UN- Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte: ratifiziert am 31.01.200314)

Bisherige Lösungsansätze

  • Die Regierung hat Programme erarbeitet um die Lebensumstände der Roma zu verbessern: ein Plan um die Armut unter den Roma zu reduzieren, und die Roma gesetzlich zu erfassen um ihnen z.B. eine Gesundheitsversorgung zu ermöglichen15)
  • 2004 hat die Regierung einen Nationalen Aktionsplan eingeführt. Die Versorgung von verlassenen Kindern in Heimen soll verbessert werden. Zudem sollen auf Hilfe angewiesene Familien besser unterstützt werden.15)

Bisherige Erfolge

  • Die Schulabbrüche unter den Roma-Kindern sind zurückgegangen

Viele Kinderheime konnten mit Hilfe der Regierung und durch Unterstützung von UNICEF modernisiert werden und dadurch die Lebensumstände der Kinder verbessert werden

Weitere Links

  • Situation der Roma in Südosteuropa
  1. CIA The World Factbook [] []
  2. Amnesty International – nicht mehr verfügbar []
  3. UNICEF []
  4. UNICEF []
  5. UNICEF []
  6. CIA The World Factbook []
  7. Wikipedia []
  8. Auswärtiges Amt []
  9. Abschaffung der Zwangsarbeit []
  10. ILO Konvention 138 []
  11. ILO Konvention 182 []
  12. UN Kinderrechtskonventionen []
  13. Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie []
  14. Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten []
  15. UNICEF [] []

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