Kinderarbeit in Deutschland

In Zahlen

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  • Gesamtbevölkerung: 80.219.695 Millionen Einwohner (Stand: Zensus vom 09.05.2011)1)
  • 0-14 Jahre: 13,4% (Stand: Zensus vom 09.05.2011)2)
  • 40% aller 12- bis 16-jährigen Schüler haben einen Nebenjob. Die Arbeit erfolgt jedoch in der Regel auf freiwilliger Basis.3)

Tätigkeiten / Produkte

  • In Deutschland ist zumindest keine systematisch vorkommende ausbeuterische Kinderarbeit im sogenannten formellen Sektor festzustellen. Ohne konkrete Zahlen nennen zu können, muss aber davon ausgegangen werden, dass ausbeuterische Kinderarbeit auch in Deutschland vorkommt.
  • Prostitution Minderjähriger, evtl. auch verbunden mit Kinderpornografie; Schätzungen liegen bei 10.000 – 20.000 Kindern und Jugendlichen4) ; die Dunkelziffer ist wohl höher5)

Wenn Kinder in Deutschland arbeiten, so geschieht das in der Regel freiwillig. Die häufigsten Tätigkeiten sind:

  • Zeitungen austragen, Babysitten, Hunde ausführen, Nachhilfe
  • Mithilfe in landwirtschaftlichen Betrieben der eigenen Familie

Allgemeine Rahmenbedingungen

Auszug aus dem deutschen Jugendarbeitsschutzgesetz:

„Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz ist die gewerbliche Beschäftigung von Kindern grundsätzlich verboten. Dies gilt auch für Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen. Kind im Sinne des Gesetzes ist, wer das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, Jugendlicher ist, wer das 15. Lebensjahr vollendet hat, aber noch keine 18 Jahre alt ist. Kinder mit 13 Jahren dürfen unter bestimmten Voraussetzungen beschäftigt werden, wenn der Sorgeberechtigte zustimmt. Das ist auf täglich höchstens zwei Stunden eingeschränkt, in landwirtschaftlichen Familienbetrieben auf höchstens drei Stunden täglich. Auch nicht an Samstagen, oder Sonn- und Feiertagen. Es müssen leichte und für Kinder geeignete Tätigkeiten sein, die sich weder auf die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder negativ auswirken noch ihren Schulbesuch beeinflussen. Erlaubt sind für mindestens 13 Jahre alte Kinder Tätigkeiten wie Kinderbetreuung, Nachhilfeunterricht, Erledigung von Einkäufen, Tätigkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben, Handreichungen beim Sport und bei nicht gewerblichen Aktionen und Veranstaltungen von Kirchen, Vereinen etc. Beschäftigungen im gewerblichen Bereich sind nicht zulässig mit Ausnahme von Zeitungen, Zeitschriften oder Werbeprospekten austragen“.6)

  • Wachstum 2012: 0,9%7)
  • Die Arbeitslosenquote beträgt 6,5%. (Stand: Oktober 2012)8)
  • 15,1% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze (Stand: 2011)9)
  • Familien, besonders mit nur einem Elternteil, sind besonders von Armut gefährdet10)
  • von Hundert Hartz- IV Empfängern konnten: 48 keine medizinischen Zusatzleistungen bezahlen, 20 sich keine rezeptfreien Medikamente, 17 keine ausreichende Winterkleidung und keine warme Mahlzeit am Tag leisten11)
  • Deutschland ist für Menschenhändler ein wichtiger Markt, 25% der Opfer sind minderjährig5)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • ILO Konvention Nr. 10512) : ratifiziert am 22.06.1959
  • ILO Konvention Nr. 13813) : ratifiziert am 08.04.1976
  • ILO Konvention Nr. 18214) : ratifiziert am 18.04.2002
  • UN- Kinderrechtskonvention15) : ratifiziert am 06.03.1992
  • UN Zusatzprotokoll Kinderhandel16) : ratifiziert im Juli 2009, tritt im August 2009 in Kraft
  • UN-Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte17) : ratifiziert in 2004
  • Das „Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend“18) regelt die Kinderarbeit in Deutschland
  • das Entschädigungsgesetz für Opfer von Menschenhandel ist kritisiert worden, da es Opfer nur schützt, wenn sie körperlich misshandelt wurden5)

Quellen und weitere Links

  1. Zensus 2011 – Einwohnerzahl – Zensus 2011 – aufgerufen am 31.05.2013 []
  2. Zensus 2011 – Bevölkerung nach Geschlecht und Alter – Zensus 2011 – aufgerufen am 31.05.2013 []
  3. Der Spiegel []
  4. nach Heidi Gerlinger:  Sehnsucht nach Liebe? – Eine Analyse des Phänomens Kinderprostitution, Jugendwerkstatt e.V., 2001, gefunden in Wikipedia -> Kinderprostitution, Stand 11.12.2008 []
  5. „Der Menschenhandel blüht – die Regierung tut nichts“ – Die Welt – aufgerufen am 28.02.2013 [] [] []
  6. Quelle: GSA e.V. []
  7. CIA World Factbook []
  8. Bundesagentur für Arbeit []
  9. Armutsgefährdungsquote in Deutschland von 2005 bis 2011 – statista []
  10. „Single-Eltern in Deutschland: Die Alleingelassenen“ – spiegel online []
  11.   „Worauf Hartz- IV Empfänger verzichten müssen“ – statista []
  12. ILO Ratifications for Germany []
  13. ILO Ratifications for Germany []
  14.  ILO Ratifications for Germany []
  15. Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder []
  16. Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie []
  17. Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten []
  18. vollständiger Text des Jugendarbeitsschutzgesetzes []

22 Antworten auf Kinderarbeit in Deutschland

  1. Vater sagt:

    Kinderarbeit in Sachsen

    Kinder in Sachsen Schulen werden dieses Jahr zur Kinderarbeit in die Firmen geschickt. Alle Kinder, auch die unter 14 Jahren sollen dort für 2,50 €/Stunde ganze 8 Stunden arbeiten gehen. Das Geld bekommen die Schulen und wird vielleicht auch gespendet.
    Ich halte das für Kinderarbeit!

    Jede Firma die Kinder in den Ferien arbeiten lassen möchte hat harte Auflagen und viel kürzere Arbeitszeiten zu beachten. Ja und vor 14 Jahren geht da auch nichts. Wie ist diese Ausnahme möglich?

    • matthias / earthlink sagt:

      Sprechen Sie von dem Projekt „genialsozial“ der Sächsischen Jugendstiftung? Im Rahmen dieses Projektes arbeiten Schüler für einen Tag bei einem Unternehmen oder einem anderen Arbeitgeber. Sie erhalten dafür mindestens 2,50€ die Stunde und das gesammelte Geld geht hauptsächlich an Projekte in Entwicklungsländern. Es kann aber auch ein Teil für lokale Projekte eingesetzt werden. Gemäß des Jugendschutzgesetzes können Kinder ab 14 Jahren maximal 8 Stunden am Tag arbeiten. Kinder unter 14 Jahren allerdings nur 2 Stunden – Ausnahmen sind mit der Zustimmung der Eltern möglich. Generell ist die Teilnahme für alle Schüler freiwillig.
      Weitere Informationen finden sie unter http://www.genialsozial.de
      Die Regelungen zur Beschäftigung Minderjähriger in Deutschland sind sehr streng, werden aber im Rahmen dieses Projektes alle berücksichtigt. Unserer Meinung nach ist dies keine (ausbeuterische) Kinderarbeit. In den Entwicklungsländern werden durch diese Aktion sogar Projekte gegen Kinderarbeit unterstützt.

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