Palästinensische Autonomiegebiete

Flagge der Palästinensischen Autonomiegebiete Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

In Zahlen

  • Bevölkerung im Westjordanland: 2.622.544 (Juli 2012) 1); Bevölkerung im Gaza-Streifen:  1.710.257  (Juli 2012)2)
  • 0 – 14 Jahre: 35,1% (Westjordanland)3) bzw. 43,8% (Gaza)4)
  • 3,1% der Kinder zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten laut einer Studie von ILO und palästinensischen Behörden, 1,7% aller Kinder unter 16 Jahren verrichten gefährliche Arbeit (2005)
  • von den arbeitenden Kindern sind 88% Prozent Jungen5)

Tätigkeiten / Produkte

  • Viele Kinder unter 15 Jahren arbeiten in der Landwirtschaft oder in den Ladengeschäften ihrer Familie.
  • Straßenverkäufer
  • Arbeit in Werkstätten
  • Arbeit in Steinbrüchen
  • Müll- bzw. Metallsammler, Steine- und Geröllsammler für das Baugewerbe
  • Palästinische Terrorgruppen benutzen Minderjährige, um Waffen und Drogen zu schmuggeln, da sie an der Grenze weniger kontrolliert werden.
  • Es gab Berichte über den Missbrauch von Kindern als menschliche Schutzschilde oder Informanten. Auch gibt es Anzeichen, dass die Hamas Minderjährige als Kombatanten ausbildet (Kindersoldaten)
  • Im Gazastreifen arbeiten seit der Blockade Israels Minderjährige im Tunnelbau und schmuggeln Konsumgüter durch die Tunnel6)

Allgemeine Rahmenbedingungen

Fallbeispiel

Da es schwierig ist, Geld zu verdienen, verkauft der 12-jährige Abed Plastikgeldbeutel und andere Waren am Qalandia Checkpoint. Dieses Gebiet ist eine gefährliche Zone, da hier häufig Gruppen von Demonstranten zusammenkommen, aber Abed hat eigentlich keine andere Möglichkeit. Zwischen September 2000 und 2005 starben 829 Kinder im Konflikt zwischen Palästina und Israel. Und viele Kinder leben wie Abed im Schatten der Kreuzfeuer.7)

  • anhaltende Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen mit Israel, besonders im März 20128)
  • zwischen 2000 und 2009 wurden laut UNICEF ca. 1500 Kinder durch die Auseinandersetzungen getötet9)
  • seit 2007 werden das Westjordanland und der Gazastreifen faktisch von anderen Gruppierungen ( Fatah bzw. Hamas) verwaltet, eine „Wiedervereinigung“ ist trotz Gesprächen seit 2011 noch nicht abzusehen
  • die Anerkennung Palästinas als Mitglied der UNESCO wird als erster Schritt zur internationalen Anerkennung als unabhängiger Staat gesehen10)
  • 18% des Westjordanlandes stehen unter palästinensicher Kontrolle, der Rest unter israelischer11)
  • Armut: Schätzungen zufolge lebten 2010 im Westjordanland 18, 3% unter der Armutsgrenze12) , im Gazastreifen 38%13)
  • In Gaza ist die Hälfte der Bevölkerung unter 18 Jahren
  • Der Zugang zu Arbeits-, Schul- und Gesundheitseinrichtungen wird durch Check Points und Straßensperren behindert.14)
  • Arbeitslosenrate: 23% im Westjordanland10) , 40% im Gazastreifen (2010)13)
  • die Jugendselbstmordrate ist augrund der Perspektivenlosigkeit hoch15)

Schulbildung

  • Einschulungsrate laut UNICEF: 79% der Jungen und Mädchen werden eingeschult (2010)16)
  • 2005 gingen 88,4% der Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren noch zur Schule und 81% der Jungen im gleichen Alter. Das bedeutet einen Anstieg um 13,2% seit 200017)
  • Alphabetisierungsrate nach UNICEF: 99% der Männer und Frauen zwischen 15 und 24 Jahren im Jahr 201016)
  • verpflichtende Schulbildung für 10 Jahre im von Palästinensern kontrollierten  Westjordanland, bis 15 Jahre im Gaza-Streifen
  • die Schulen sind oft schlecht ausgestattet und nicht für alle Kinder zu erreichen
  • im Gazastreifen findet der Unterricht vor allem durch religiöse, christliche und muslimische Privatschulen statt18)
  • ein hohes Bildungsniveau im Vergleich mit anderen Ländern des Mittleren Ostens (auch bei der Bildung von Frauen), doch hat die Qualität laut UNICEF unter den Konflikten gelitten, von Hundert Schulkindern: haben 45 erlebt, wie Soldaten ihre Schule belagerten, 25 wie ihre Schule unter Beschuss stand und 18 haben einen Schulkameraden sterben sehen19)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut, 70% arbeiten um zum Familieneinkommen beizutragen5)
  • benötigte Mithilfe im Familienbetrieb
  • die geteilten Zuständigkeiten zwischen Fatah, Hamas und israelischer Regierung schaffen Rechtsunklarheit, außerdem erfolgt kaum eine Zusammenarbeit18)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Palästina ist von einer Vielzahl von Staaten nicht als unabhängiger Staat anerkannt und kann somit kein Mitglied der ILO sein.
  • Palästina ist kein Mitglied der ILO, hat somit keine der ILO Konventionen ratifiziert.20)
  • ILO Konvention Nr. 10521) : nicht ratifiziert
  • ILO Konvention Nr. 13822) : nicht ratifiziert
  • ILO Konvention Nr. 18223) : nicht ratifiziert
  • verschidene Gesetzeslagen, je nachdem, wer das jeweilige Gebiet kontrolliert. In von Israel besetzten Gebieten gilt israelisches Recht
  • Das palästinensische Gesetz verbietet, dass unter 15-Jährige arbeiten, für 15- bis 18-Jährige gelten Eischränkungen, insbesondere ein Nachtarbeitsverbot, das Verbot für gefährliche Arbeiten und das Verbot einer Anstellung in weiter Entfernung des Wohnorts, das Verbot jeglicher Anstellung für Kinder, die die Ausbildung beeinträchtigt18)

Bisherige Lösungsansätze

  • Das Engagement des Ministeriums für Bidung und höhere Bildung ist darauf ausgerichtet, den Zugang zu Schuleinrichtungen bereitzustellen und die Fürsorge der Kinder zu sichern. Allerdings ist es dabei auf die Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft angewiesen um Einrichtungen für den Schutz und die Entwicklung der Kinder zu bauen.17)
  • In Gaza und der Westbank gibt es 6 Inspektoren zur Überwachung der Kinderarbeit (2011)
  • Zusammenarbeit mit UNICEF18)
  1. CIA Worldfactbook []
  2. CIA Worldfactbook []
  3. CIA Worldfactbook []
  4. CIA Worldfactbook  []
  5. „The situation of workers of the occupied Arab territories“ILO [] []
  6. Worst Forms of Child labour report 2011 []
  7. global march against child labour []
  8. Wiki []
  9. Child Protection []
  10. CIA Worldfactbook [] []
  11. Worst forms of child labour report 2011 []
  12. CIA Worldfactbook []
  13. CIA Worldfactbook [] []
  14. UNICEF []
  15. Youth suicideILO []
  16. Palestine Statistics [] []
  17. U.S. Department of State [] []
  18. Worst forms of child labour report 2011 [] [] [] []
  19. Education in Palestine []
  20. ILO []
  21. Abschaffung der Zwangsarbeit []
  22. Mindestalter 15 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung []
  23. Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit []

2 Kommentare zu Palästinensische Autonomiegebiete

  1. Florian sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/a-938335.html

    Erdbeer-Rotkäppchen-Romantik bei Spiegel-Online

    Ja, liebe Leute bei SPON, das Bild hat was. Schöne Symmetrie-Bezüge zwischen Erdbeerreihen, zwei Erdbeerkästen und einem Erdbeerkasten. Und dazu habt Ihr Euch auch noch einen tollen Titel ausgedacht: „Rotkäppchen“! Chapeau, grandios. Passt so richtig gut zum Bild! Bei einem so jungen Kind, das im Grünen mit einem Kasten Erdbeeren auf dem Kopf rumläuft, da denkt der geneigte Westeuropäer natürlich woran? Na klar, an Rotkäppchen, was sonst! Da habt Ihr mit dem Titel wirklich richtig gut verklärte Erinnerungen an Kindermärchen angetriggert. Und das auch noch zur Weihnachtszeit, da denkt man sowieso am liebsten an Märchen, Engel und Süßes! Strike, Jungs und Mädels von SPON!
    Naja, wieso Ihr dann die Info bringt, dass jedes Jahr 2500 Tonnen Erdbeeren im Norden des Gaza-Streifens kultiviert werden, versteh ich nicht. Der Aspekt nervt etwas, wo Ihr mich doch gerade erfolgreich mit Rotkäppchen in den Weihnachts-Glückswald geschickt habt, menno! Und dann teilt Ihr mir mit, dass Teile der Ernte in europäische Länder exportiert werden. Hm… nette Info, aber was soll ich jetzt damit anfangen? Wie passt das jetzt zum Bild? Ach ja, verstehe Euer Dilemma: Ihr wolltet das Bild unbedingt zeigen und wusstet nicht genau, wie Ihr das im Ressort „Wirtschaft“ unterbringt, wo das Bild doch so hübsch, schön und rotkäppchenhaft ist? Is klar, dann schreibt man halt zwei lahme Infos dazu, und Schwups, passt es in das Resort „Wirtschaft“.
    Genial!
    Aber mal ehrlich: Anstatt hingeknödelte Pseudoinfos zu Anbaumengen und Exportländern einzuhacken, hättet Ihr auch ruhig den ganz offensichtlichen wirtschaftlichen Zusammenhang nennen können. Kinderarbeit. Andererseits hätten mir dann die Erdbeeren in der Silvesterbohle vielleicht nicht mehr ganz so traumhaft geschmeckt. Wenn ich mich dann noch daran erinnert hätte, wo die vielleicht herkommen. In diesem Sinne: Danke SPON und märchenhafte Grüße!

  2. Pingback: Ausbeutung von Kindern in besetzten palästinensischen Gebieten | Aktiv gegen Kinderarbeit

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