Nepal

Flagge von Nepal Bild: © Public Domain - Wikimedia Commons

In Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 30.430.267 Einwohner (Stand: Juli 2013)1)
  • 0-14 Jahre: 32,6% (2013)1)
  • 34% (ca. 2,5 Mio.) der Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren arbeiten (2008)1)

Tätigkeiten / Produkte

Allgemeine Rahmenbedingungen

  • 55% der Bevölkerung leben von weniger als 1 US-Dollar pro Tag
  • 50% der Kinder sind untergewichtig; 60% der Todesfälle unter Kindern sind auf Mangelernährung zurückzuführen
  • 70% der Bevölkerung werden aufgrund des Kastensystems als minderwertig betrachtet
  • Der Bürgerkrieg der Kommunistischen Partei Nepals (Maoisten) gegen die Regierungstruppen hat nicht nur zu vielen Opfern unter der zivilen Bevölkerung geführt, sondern hat auch die Versorgung mit grundlegenden Diensten und die Entwicklung des Landes beeinträchtigt3)
  • Arbeitslosenrate: 46% (Stand: 2008)4)

Schulbildung

Fallbeispiel

Mainya ist 14 Jahre alt. Sie hat nie eine Schule besucht und kann nicht lesen und schreiben. Sie arbeitet im Süden von Nepals Hauptstadt Kathmandu als Teppichknüpferin in einer Teppichweberei. Ihr Arbeitstag dauert 16 Stunden pro Schicht. Tag für Tag steht sie in bedrückender Enge am Webstuhl. Viele Kinder arbeiten zusammen mit ihr in dem kleinen Raum. Die Luft ist stickig. Mainya muss oft hungern. Der Wollstaub reizt ihre Atemwege. „Manchmal müssen wir die ganze Nacht weben. Und am nächsten Morgen geht es gleich mit einem neuen Teppich weiter. Da bleibt keine Zeit zum Ausruhen.“
Den Lohn für ihre Arbeit bekommt Mainya nicht zu sehen. Ihr Arbeitgeber hat ihr erklärt, dass sie arbeiten muss, um ihre Schulden zurückzubezahlen. Welche Schulden das sein sollen, weiß sie nicht. Sie bekommt einzig das dürftige Essen – meist Reis und Linsen mit ein wenig Gemüse – und den Schlafplatz. Den muss sie sich in einen winzigem Raum mit drei anderen Mädchen teilen.5)

  • 86% der Jungen und 82% der Mädchen werden eingeschult (2011)
  • 63% der männlichen und 35% der weiblichen Bevölkerung können lesen und schreiben
  • der gewalttätige Konflikt in Nepal hatte einen großen Einfluss auf die Schulbildung, da viele Schulen schließen mussten und manche Lehrer bedroht oder sogar getötet wurden3)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut führt dazu, dass die Eltern ihre Kinder in die Stadt schicken, um eine Arbeit zu finden.6)
  • Mangel an Bildungsmöglichkeiten
  • Gesellschaftliche Diskriminierung: vor allem sind die Kinder einzelner Volksgruppen (zum Beispiel Tharu in Westnepal) oder Kasten (vor allem Dalits: „Unberührbaren“) betroffen
  • Tradition: besonders bei Familienbetrieben in der Landwirtschaft ist es üblich, dass die Kinder den Eltern helfen
  • Landlosigkeit führt dazu, dass die Eltern ihre Kinder als Arbeitskräfte auf Jahre an Grundbesitzer verleihen7)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

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  • ILO Konvention Nr. 1058) : ratifiziert am 03.08.2007
  • ILO Konvention Nr. 1389) : ratifiziert am 30.5.1995 , Ausnahmeregel: Mindestalter 14 Jahre
  • ILO Konvention Nr. 18210) : ratifiziert am 3.1.2002
  • UN-Kinderrechtskonvention11) : ratifiziert am 14.9.1990
  • UN Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte12) : unterzeichnet am 8.9.2000, ratifiziert am 03.01.2007
  • UN Zusatzprotokoll Kinderhandel13) : unterzeichnet am 8.9.2000, nocht nicht ratifiziert
  • Kinder unter 14 Jahren dürfen generell nicht arbeiten, gefährliche Arbeiten sind nur Kindern ab 16 Jahren erlaubt.2)
  • Das Arbeitsmindestalter bezieht traditionelle Arbeietn und familienunternehmen nicht mit ein.2)
  • Kinderhandel und Zwangsarbeit sind verboten.2)
  • Prostitution und Pornografie mit Kindern unter 16 Jahren sind verboten; Kinder zwischen 16 und 17 Jahren sind von diesem Gesetz jedoch größenteils ausgenommen und können unter Umständen selbst strafrechtlich belangt werden.2)

Bisherige Lösungsansätze

  • mit Finanzierung durch die ILO wurde ein Projekt gestartet, dass die dauerhafte Befreiung von etwa 14.000 früheren Zwangsarbeiterfamilien (darunter auch 16.000 Kinder) erreichen soll. Das Projekt beinhaltet Bildung, kleine Darlehen und eine Berufsausbildung.
  • die Regierung Nepals hat einen nationalen Handlungsplan zur Bekämpfung von Menschenhandel aufgestellt
  • das Ministerium für Frauen und soziale Angelegenheiten hat zusammen mit der ILO und der Regierung ein Programm zur Beseitung von Kinderhandel und kommerzieller sexueller Ausbeutung von Kindern entworfen2)

Bisherige Erfolge

  • Über die Hälfte aller Teppich-Hersteller in Nepal wird von Rugmark kontrolliert und verzichtet auf Kinderarbeit
  • UNICEF: Mit dem landesweiten Programm Bal Shiksha erhalten rund 23.000 Kinder, vor allem Mädchen, wenigstens zwei Stunden täglich Unterricht. Sie lernen Lesen, Schreiben und Rechnen und bekommen Informationen über Gesundheit und Hygiene
  1. CIA-The World Factbook [] [] []
  2. 2012 Findings on the Worst Forms of Child Labor – US. Department of Labor – aufgerufen am 19.05.2014 [] [] [] [] [] []
  3. UNICEF [] []
  4. CIA – The World Factbook []
  5. Juniorbotschafter []
  6. Plan International Deutschland []
  7. Plan International Deutschland []
  8. Abschaffung der Zwangsarbeit []
  9. Mindestalter 15 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung []
  10. Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit []
  11. Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder []
  12. Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten []
  13. Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie []

2 Kommentare zu Nepal

  1. Patrick Hesse sagt:

    Ich finde es sehr unfair, dass es Kinderarbeit gibt. Diesen Kindern soll ein besseres Leben geschenkt werden, als in einer Teppichprudoktionsfabrik zu arbeiten.
    Man selbst kann sich so etwas nur sehr schwer vorstellen, weil wir ein besseres Leben hier in Deutschland haben. Selbst die kleinen Kinder hier, haben ein deutlich luxuriöseres Leben und viel mehr Freiheit.

    Patrick Hesse (15)

  2. Kevin Tschuschke sagt:

    Ich habe neulich auch einen Bericht über Kinderarbeit gelesen. Ich bin strickt dagegen, dass solche Arbeit getätigt wird. Ich finde, dass vor Allem Deutschland alles daran setzten muss, dem ein endgültiges Ende zu schaffen. Kinder sind nicht dafür da, die Arbeit, die ein Erwachsener als normalen Beruf hat zu machen, sondern etwas zu lernen und etwas vom Leben zu haben. Dass diese Kinder nicht einmal lesen und schreiben lernen dürfen, ist als eine bodenlose Frechheit demjenigen gegenüber zu stellen, der dafür verantwortlich ist. Wenn diese Menschen einmal Erwachsen geworden sind, haben sie einen großen und damit einen sehr wichtigen Teil ihres Lebens verpasst. Ich wünsche all diesen lieben Kindern, die nichts dafür können mein herzliches Beileid.

    Hiermit möchte ich, dass auch dieses Kommentar an die Öffentlichkeit geht.

    Mit freundlichen grüßen

    Kevin Tschuschke (16)

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