Zur Verbreitung der Kinderarbeit in China gibt es keine offiziellen Angaben. Jedoch weist eine Statistik des Bildungsministeriums aus, dass die 9-jährige Schulpflicht von 94% der Kinder eingehalten wird. Stimmen diese Angaben, heißt das trotzdem, dass ca. 18 Millionen Kinder in China nicht oder nur unregelmäßig zur Schule gehen.
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Seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes wurden zwar große Fortschritte erzielt, jedoch ist Armut noch immer ein zentrales Problem Chinas. Laut dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) für 2005 leben 16,6 Prozent der Bevölkerung in China in absoluter Armut, 17% der Bevölkerung müssen mit einem Einkommen von weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen. Da die Einkommensunterschiede zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung, bzw. zwischen den vom Wachstum der Wirtschaft profitierenden Küstenregionen und den ländlichen Regionen im Landesinneren sehr hoch sind, ziehen immer mehr Menschen in die Küsten-Regionen, um dort Arbeit zu finden, wodurch die innere Stabilität des Landes stark gefährdet wird. Die Lage der Menschenrechte in China ist immer noch besorgniserregend, vor allem da Meinungs-, Informations-, Presse- und Versammlungsfreiheit nicht gewährleistet sind. Außerdem gibt es keine freien Gewerkschaften und das Justizwesen ist politisch nicht unabhängig, beziehungsweise häufig korrupt.
Neben der Armut in den ländlichen Gebieten als Hauptgrund, führt auch der Mangel an Arbeitskräften in den sich schnell entwickelnden südlichen und Küstenregionen dazu, dass immer mehr Kinder und Jugendliche in diese Gebiete ziehen, um Arbeit zu finden und ihre Familie zu unterstützen. Viele Eltern verstehen dabei nicht, in welche Gefahr sich ihre Kinder begeben und unter welchen Bedinungen diese arbeiten müssen, und sehen keinen Grund dafür, sie nicht zur Arbeit zu schicken. Diese Ignoranz ist in der Öffentlichkeit recht weit verbreitet, so dass die Gesetze gegen Kinderarbeit, die von der chinesischen Regierung erlassen wurden, häufig nicht durchgesetzt und kontrolliert werden. Hinzu kommt, dass viele Lokalbehörden fürchten, dass eine Abschaffung von Kinderarbeit in ihrem Bezirk dessen Wirtschaftswachstum verlangsamen oder verhindern könnte. Deshalb dulden sie Kinderarbeit.
Fallbeispiel:
Im Juli 2007 meldeten Arbeitsrechtler Verstöße gegen die Schutzvorschriften in chinesischen Fabriken, in denen für die Olympischen Spiele in Peking produziert wird. Die internationalen Richtlinien wurden nicht eingehalten und Rucksäcke, Mützen und andere Produkte wurden in Fabriken produziert, in denen Kinder arbeiteten. Die Ermittler zitieren in ihrem Bericht ein 13-jähriges Mädchen, das zwei- bis dreimal im Monat von morgens bis zwei Uhr nachts arbeiten musste, oder einen Arbeiter, der trotz Hantierens mit gefährlichen Stoffen keine Handschuhe trug und sich Verletzungen zuzog. 14)
Eine von UNICEF unterstützte Initiative hat Lehrer an 105 Schulen in einigen von Chinas ärmsten Provinzen ausgebildet, um auch den ärmsten, oftmals arbeitenden Kindern eine Ausbildung zukommen zu lassen.
Im Zusammenhang mit der Produktion von Merchandisingartikeln zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking wurden von mehreren Stellen Vorwürfe laut, hierbei gebe es auch Kinderarbeit. Wie der Internationale Gewerkschaftsbund15) berichtet, ist die Reaktion des Internationalen Olympischen Komitees nicht geeignet, zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beizutragen.
Dokumentarfilm China Blue über Kinderarbeit in China
Playfair 2008 - Kampagne für gerechte Arbeitsbedingungen in der Sportartikel-Industrie