Kinderarbeit im Senegal

in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 12.853.259 (Juli 2008) 1)
  • 0-14 Jahre: 41.9% 2)
  • Arbeitende Kinder zwischen 5 und 14 Jahren:
    1. Gesamtzahl: 37%, Jungen: 39%, Mädchen: 36% (Statistik Unicef)3)
    2. Gesamtzahl: 30%, Jungen: 33.4%, Mädchen: 26,7% (Statistik U.S. Department of Labor) 4)

Tätigkeiten / Produkte

Fallbeispiel:

„Mein Name ist Assane Diallo. Ich bin zehn und arbeite als Schuhputzer auf den Straßen von Ziguinchor, der Hauptstadt von Senegals südlichster Region. Mein Vater starb, als ich noch ein Baby war. Ich komme aus Bronkagne, einem Dorf in Futa Toro. Dort habe ich für meinen Onkel Demba auf den Reisfeldern gearbeitet. Aber die Ernte war schlecht, also hat er mich weggeschickt. „Durch das Reisen bekommt man Erfahrung“, hat Onkel Demba gesagt. Es ist gut, wenn man bereits als Kind lernt, zu leiden. Schon letztes Jahr habe ich als Straßenhändler gearbeitet und Saft verkauft. Ich bin mit neuen Kleidern nach Bronkagne zurückgekommen und konnte meinem Onkel Geld geben. Er war sehr zufrieden mit mir. Ich möchte gerne ein erfolgreicher, großer Händler werden. Auf dem Weg zu meinem Ziel bin ich jetzt auf der dritten Stufe. Die erste Stufe waren die Reisfelder, die zweite das Saftverkaufen auf der Straße. Die dritte Stufe ist es jetzt, als Schuhputzer zu arbeiten. Schule brauche ich keine. Mit Geld kenne ich mich schon gut aus. Was soll ich dort lernen? Das einzige, was ich noch lernen muss, ist Lesen und Schreiben.“5)

Allgemeine Rahmenbedingungen

  • die Ernährungslage ist schlecht, es kommt immer wieder zu Hungersnöten10)
  • Malaria, Unterernährung und Infektionskrankheiten sind weit verbreitet11)
  • Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze: 53%12)
  • Arbeitslosenrate: 48% (2007)13)

Schulbildung

  • Analphabetenrate: Männer 49%, Frauen 71%14)
  • Einschulungsrate: Jungen 68%, Mädchen 64%(Statistik Unicef) 15), Einschulungsrate: Gesamt 70% (Statistik U.S. Department of Labor) 16)
  • Verpflichtendes und kostenloses Schulsystem bis 16 Jahre17)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut: viele Familien sind auf das Geld, welches die Kinder verdienen, angewiesen18)
  • Tradition: v.a. für Mädchen wird Schulbildung nicht für nötig befunden19)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Bisherige Lösungsansätze

  • UNICEF startete eine Kampagne, um die Einschulungsraten v.a. bei den Mädchen zu erhöhen27)