Kinderarbeit in Ruanda

in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 10.186.063 (Juli 2008) 1)
  • 0-14 Jahre: 41.9% 2)
  • Arbeitende Kinder zwischen 5 und 14 Jahren
    1. Gesamtzahl (2005): 35%, Mädchen: 35%, Jungen: 36% (Statistik Unicef) 3)
    2. Gesamtzahl (2000): 27,3%, Mädchen: 24,8%, Jungen: 29,9% (Statistik U.S. Department of Labor) 4)

Tätigkeiten / Produkte

Allgemeine Rahmenbedingungen

Fallbeispiel:

David war sechs Jahre alt, als die Todesschwadronen sein Dorf überfielen. „Als das Gemetzel ausbrach, sind wir geflüchtet. Später bin ich aus meinem Versteck heraus gekommen, aber da waren alle tot und in Stücke geschlagen. Meine Eltern, drei Schwestern und vier Brüder.“ Da hat er sich auf den Weg gemacht über die Grenze nach Uganda, zu seiner Tante. Ein paar Jahre später musste er wieder flüchten, weil beide Länder kurz vor einem Krieg standen. „Ich bin dann zurück nach Hause gelaufen. Aber da war unser Haus abgebrannt und die Nachbarn hatten den Acker verkauft. Sie haben mich aus dem Dorf gejagt.“ So landete David in Ruhergeri - mutterseelenallein, zerlumpt und obdachlos. Hilfsorganisationen schätzen, dass noch heute 100.000 Kinder wie David auf der Straße leben. 6)

  • 60% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze7)
  • Bürgerkrieg zwischen der Regierung (Volksgruppe der Hutu) und Rebellen (Volksgruppe der Tutsi) seit den 60er Jahren
  • Mitte der 90er Jahre Völkermord an den Tutsi mit bis zu 1 Million Toten und 2 Millionen Flüchtlingen
  • Aktuell herrscht Krieg im benachbarten Kongo, in den Ruanda mitverstrickt ist8)

Schulbildung

  • Schulpflicht für 7-16 Jährige9)
  • Einschulungsrate: 95%10)
  • Analphabetenrate: Männer 29%, Frauen 40%11)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Aufgrund anhaltender Unruhen im Land werden immer noch zahlreiche Kinder zwangsrekrutiert
  • Durch den Völkermord 1994 und durch Krankheiten wie AIDS, Malaria, Tuberkulose ist jedes dritte Kind in Ruanda Halb- oder Vollwaise12)
  • Es gibt 40 000 bis 80 000 von Kinder geführte Haushalte13)

→ viele Kinder müssen arbeiten um die Familie zu ernähren

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Nationale Gesetze zum Schutz von Kindern:

- Ruanda hat viele Maßnahmen zur Verbesserung der gesetzlichen Lage von Kinderhaushalten unternommen. Ein Beispiel ist die Anpassung des Erbfolgesetzes. Danach sind nun auch Mädchen erbberechtigt. Dadurch können Kinder nun nicht mehr vom Besitz ihrer Eltern vertrieben werden und sowohl Mädchen als auch Jungen können ihren Kinderhaushalt auf dem geerbten Grundstück aufbauen 21)

- Konvention von Ruanda, Art. 24: zum Schutz der Kinder
- Gesetz Nummer 27/ 2001, vom 28. April 2001: bekräftigt den Schutz und die Rechte der Kinder gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe22)

Bisherige Lösungsansätze

  • Die Regierung hat 12 Einrichtungen zur Überwachung von ausbeuterischer Kinderarbeit eingerichtet. Diese waren jedoch wegen mangelnden Ressourcen nicht effektiv genug, um Kinderarbeit zu verhindern. 23)

Bisherige Erfolge

  • Durch Projekte von UNICEF konnten Waisenkinder finanziell unterstützt werden. Zunächst wurde für die Verbesserung der unmittelbaren Lebensbedingungen der Kinder gearbeitet, später wurde zunehmend in die (Aus-)Bildung der Kinder investiert. Dies bezieht sich einerseits auf Schulbildung und die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten, aber andererseits auch auf die gesundheitliche Aufklärung gegen HIV/AIDS. http://www.unicef-isse.ch/d/spenden/projektpatenschaft/pdf/FSheet_kinderhaushalte_ruanda.pdf