Fallbeispiel:
David war sechs Jahre alt, als die Todesschwadronen sein Dorf überfielen. „Als das Gemetzel ausbrach, sind wir geflüchtet. Später bin ich aus meinem Versteck heraus gekommen, aber da waren alle tot und in Stücke geschlagen. Meine Eltern, drei Schwestern und vier Brüder.“ Da hat er sich auf den Weg gemacht über die Grenze nach Uganda, zu seiner Tante. Ein paar Jahre später musste er wieder flüchten, weil beide Länder kurz vor einem Krieg standen. „Ich bin dann zurück nach Hause gelaufen. Aber da war unser Haus abgebrannt und die Nachbarn hatten den Acker verkauft. Sie haben mich aus dem Dorf gejagt.“ So landete David in Ruhergeri - mutterseelenallein, zerlumpt und obdachlos. Hilfsorganisationen schätzen, dass noch heute 100.000 Kinder wie David auf der Straße leben. 6)
→ viele Kinder müssen arbeiten um die Familie zu ernähren
- Ruanda hat viele Maßnahmen zur Verbesserung der gesetzlichen Lage von Kinderhaushalten unternommen. Ein Beispiel ist die Anpassung des Erbfolgesetzes. Danach sind nun auch Mädchen erbberechtigt. Dadurch können Kinder nun nicht mehr vom Besitz ihrer Eltern vertrieben werden und sowohl Mädchen als auch Jungen können ihren Kinderhaushalt auf dem geerbten Grundstück aufbauen 21)
- Konvention von Ruanda, Art. 24: zum Schutz der Kinder
- Gesetz Nummer 27/ 2001, vom 28. April 2001: bekräftigt den Schutz und die Rechte der Kinder gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe22)