Kinderarbeit in Mali

in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 12.324.029 (Juli 2008) 1)
  • 0-14 Jahre: 48.2% 2)
  • Arbeitende Kinder zwischen 5 und 14 Jahren: Gesamt 65,8%, Jungen 66,6%, Mädchen 64,9% 3)
  • Branchen: Landwirtschaft 58,2%, Industrie 1,9%, Dienstleistungen 39,5%, Andere 0,4% 4)
  • 94% der Jungen und 90% der Mädchen arbeiten unbezahlt für die eigene Familie5)

Tätigkeiten / Produkte

Allgemeine Rahmenbedingungen

Fallbeispiel:

Ein 16-jähriger Junge aus Mali, der es als einer der wenigen geschafft hat, zu fliehen:

„Wir schliefen auf dem Boden einer Hütte aus Schlamm und Stroh. Wir durften sie nur zur Arbeit in den Feldern verlassen. Die Arbeitszeiten waren sehr hart, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und manchmal, wenn Vollmond war, sogar bis zehn Uhr abends. Uns wurde Lohn versprochen, aber sie sagten, dass wir erst die Kosten der Reise zurückzahlen müssten. Ich habe mich dort zwei Jahre lang abgerackert, ohne jemals Geld zu bekommen. Kinder, die sich weigerten, zu arbeiten, wurden mit dem Motorgurt des Traktors geschlagen oder mit Zigaretten verbrannt. Wir bekamen kaum etwas zu essen: mittags zwei Bananen, die wir aßen, ohne die Arbeit zu unterbrechen, und eine Maismehlsuppe am Abend. Einige Kinder sind vor Erschöpfung zusammengebrochen. Diejenigen, die krank wurden, wurden fortgeschafft und wir haben sie nie wieder gesehen.“9)

  • Aufgrund von ausbleibenden Regenfällen und sonstigen Naturkatastrophen kommt es häufig zu Dürren und Hungersnöten10)
  • 2/3 der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze11)
  • Arbeitslosenrate: 30% (2004)12)

Schulbildung

  • Analphabetenrate (2004): Männer 73% , Frauen 88%13)
  • Einschulungrate: 59% 14)
  • Schulpflicht: für 7-16 Jährige15)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut: Die Eltern sind auf die Hilfe der Kinder angewiesen, damit sie ihre Familien ernähren können.16)
  • Billige Arbeitskräfte: Die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften der Arbeitgeber steigt ständig. 17)

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Bisherige Lösungsansätze

  • Ein nationaler Aktionsplan zum Schutze des Kindes wurde 1991 ins Leben gerufen25)