Fallbeispiel:
Was hätte ich sonst tun können?
Noch immer träumt der 15-jährige Safari jede Nacht von dem Abend, als seine Einheit von gegnerischen Hutu-Milizen überfallen wurde. Als der Krieg ausbrach, wurde sein Vater von Tutsi-Rebellen getötet. Safari floh mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in ein Flüchtlingscamp. Doch auch das Lager wurde ständig von Rebellen angegriffen. „Ich wollte gerade die restlichen Waren aus unserem Laden verkaufen, da kamen fünf bewaffnete Kämpfer. Sie schlugen mich und nahmen mir alles weg.“, berichtet Safari, der damals zehn Jahre alt war. Er hatte gehört, dass bei den Rebellen auch andere Kinder waren. So schloss auch er sich den Truppen an. „Was hätte ich auch sonst tun können?“ Doch schon bald merkte er, dass es ein Fehler war, Soldat zu werden. „Es war so grausam. So viele meiner Freunde sind gestorben. Immer wieder wurden wir nachts angegriffen. Meistens hatten wir nichts zu essen. Dann haben wir Dörfer überfallen und geplündert“, erzählt er. Nach Eintreffen der UN-Truppen war Safari einer der ersten seiner Einheit, die medizinisch und psychologisch betreut wurden. Er möchte später gern einen „richtigen“ Laden aufmachen und jede Menge Fußball spielen. „Soldat sein, das möchte ich auf keinen Fall wieder.“ 5)
UNICEF hat durch Verhandlungen mit Milizen im Kongo Kindersoldaten befreit und Rehabilitationsmaßnahmen für diese eingeleitet. In Transitlagern werden die ehemaligen Kindersoldaten psychologisch betreut und erhalten eine schulische und berufliche Ausbildung. 18)