
in Zahlen
- Gesamtbevölkerung: 21.952.093 Einwohner1
- 0-14 Jahre: 39,8%2
- Gesamtzahl aller arbeitenden Kinder zwischen 5 und 14 Jahren: Jungen 36%, Mädchen 34%.3
Tätigkeiten / Produkte
Moussa und Abdoullaye waren wohl um die 13 Jahre alt, als sie aus ihrem Dorf in die Hauptstadt Bamako wollten, um dort ein wenig Geld zu verdienen. In der südlich davon gelegenen Stadt Bouaké sperrte sie ihr Arbeitsvermittler jedoch in einen Lagerraum. Sie wurden für 75 Mark auf eine große Baumwoll- und Maisfeld-Plantage gebracht. Dort waren bereits ein paar Dutzend andere junge Malier, alle zwischen 11 und 19 Jahre alt.
Ihre Habseligkeiten, Schuhe und Kleidung mussten Moussa und Abdoullaye abgeben und sich selbst Hosen aus einem alten Sack machen. Sie mussten schwere Feldarbeit leisten, von 6 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit, immer mit einem Aufpasser im Rücken, der sie antrieb oder mit einer Rute schlug, wenn es nicht schnell genug ging. Auszeiten wegen Krankheit gab es nicht, am Wochenende höchstens einen halben freien Tag. Bezahlung gab es keine. Nachts wurden sie in einer Hütte eingesperrt. Zu essen gab es einen Maiskolben pro Person und pro Tag.
Irgendwann schaffte Moussa es, auszureißen. Er lief die ganze Nacht durch bis zu einer Teerstraße, wo es ihm gelang, per Autostop bis nach Bouaké zu kommen. Dort fiel er einer malischen Familie auf, die ihn aufnahm und zum malischen Konsulat brachte. Mit Hilfe von Moussas Angaben gelang es, das Kinderlager ausfindig zu machen und Abdoullaye und die anderen herauszuholen.
(Terres des Hommes)
- Hausarbeit
- Arbeit in den Kaffee-, Kakao- und Baumwollplantagen (Aus der Elfenbeinküste und Ghana zusammen kommen 3/4 der weltweiten Kakaoproduktion.4 )
- Kindersoldaten
- Straßenarbeit (z.B. Verkäufer von Nahrungsmitteln, Kleinhändler, Schuhputzer, Friseur…)
- Prostituierte
Allgemeine Rahmenbedingungen
- Arbeitslosenrate: 40-50% als Folge des Bürgerkriegs5
- Bevölkerungsanteil unterhalb der Armutsgrenze: 63%6
- Staatsform: parlamentarische Demokratie6
- Seit 2002 befindet sich das Land in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand und ist in einen nördlichen und einen südlichen Teil gespalten.7
- Es bestehen ethnische Konflikte und Konkurrenz um knappe Ressourcen in der Bevölkerung.7
Schulbildung
- Alphabetisierungsrate: 51% (Männer 58%, Frauen 44%)8
- Einschulungsrate: Jungen 62%, Mädchen 50%9
- Schulpflicht: Grundschulpflicht (6 Jahre)10
Ursachen für Kinderarbeit
- Eine Studie der IITA ergab für die Elfenbeinküste, dass 87 % der Kinder die eigenen Kinder der Kakaofarmer sind oder den Farmer persönlich kennen.
- Es ist Tradition, dass die Kinder das Handwerk ihrer Eltern lernen, indem sie auf den Plantagen mitarbeiten.111213
- Völlige Isolation der Kindersklaven und Abhängigkeit von den „Besitzern“.1415
Gesetzliche Rahmenbedingungen
- ILO Konvention Nr. 105: ratifiziert am 05.05.196116
- ILO Konvention Nr. 138: ratifiziert am 07.02.2003, Ausnahmeregel: Mindestalter 14 Jahre17
- ILO Konvention Nr. 182: ratifiziert am 07.02.200318
- UN-Kinderrechtskonvention: ratifiziert am 04.02.199119
- UN Zusatzprotokoll bewaffnete Konflikte: nicht ratifiziert20
- UN Zusatzprotokoll Kinderhandel: nicht ratifiziert21
- Charta afrikanischer Länder zu Kinderrechten: unterschrieben am 27.07.2004, ratifiziert am 01.03.2002, hinterlegt beim Depositor am 18.06.200722
Bisherige Lösungsansätze
- 2002 wurde in Kooperation mit der ILO die International Cocoa Initiative (ICI) gegründet. Ziel der Organisation ist die Bekämpfung von Kinder- und Zwangsarbeit beim Anbau und der Verarbeitung von Kakao und den daraus gewonnenen Produkten. Das anvisierte Ziel, bis zum Juli 2005 den Anteil des Rohkakaos, der ohne ausbeuterische Kinderarbeit produziert wurde, auf unter 50% zu drücken, wurde verfehlt. Es soll nun bis Juli 2008 erreicht werden.23
- Die Regierung des 2000 gewählten Präsidenten Laurent Gbagbo vereinbarte zwar mit den beiden Nachbarländern, die illegalen Kinderarbeiter zu zählen und wieder einzugliedern, aber das wurde nur ansatzweise umgesetzt, bevor der Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste ausbrach und die Nordhälfte des Landes unter die Kontrolle von Rebellen fiel.2425
Bisherige Erfolge
- Das WACAP Programm (2004): Das WACAP Programm zielt im größeren Rahmen des IPEC Programms der ILO darauf ab, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit im Kakaosektor und der kommerziellen Landwirtschaft abzuschaffen und die Beschäftigung aller Kinder, die unter gefährlichen Bedingungen in der Kakao-Industrie arbeiten, zu beenden. Nach den ersten Ergebnissen des Programms (vorgelegt am 30. Juni 2004) sind in den westafrikanischen Ländern 250 Kinder von den Plantagen abgezogen worden und im September wieder zur Schule gegangen.26
- Das Projekt der Regierung wird von zahlreichen internationalen Organisationen unterstützt und soll vor allem den Farmern die besonderen Gefahren, denen Kinder bei der Arbeit ausgesetzt sind, und welche gravierenden Folgen dies für die Kinder hat, zeigen.272829
- CIA-The World Factbook, 01.03.2012 [zurück zum Text]
- CIA-The World Factbook [zurück zum Text]
- UNICEF [zurück zum Text]
- IRIN [zurück zum Text]
- The World Factbook [zurück zum Text]
- The World Factbook [zurück zum Text][zurück zum Text]
- Wikipedia [zurück zum Text][zurück zum Text]
- CIA World Factbook [zurück zum Text]
- UNICEF [zurück zum Text]
- Wikipedia [zurück zum Text]
- theobroma-cacao [zurück zum Text]
- taz.de [zurück zum Text]
- tdh.de [zurück zum Text]
- UNICEF [zurück zum Text]
- aktiv-gegen-kinderarbeit [zurück zum Text]
- Abschaffung der Zwangsarbeit [zurück zum Text]
- Mindestalter 14 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung [zurück zum Text]
- Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit [zurück zum Text]
- Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder [zurück zum Text]
- Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten [zurück zum Text]
- Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie [zurück zum Text]
- Charta der Afrikanischen Länder über das Wohlbefinden und die Rechte der Kinder, (inhaltlich sehr ähnlich der UN-Kinderrechtskonvention) [zurück zum Text]
- IRIN [zurück zum Text]
- World Cocoa Foundation [zurück zum Text]
- theobrama-cacao [zurück zum Text]
- ILO – Nachrichten 2007: WACAP Programm [zurück zum Text]
- Süddeutsche.de (Link nicht mehr verfügbar) [zurück zum Text]
- EuropäischesParlament [zurück zum Text]
- Cocoa Initiative [zurück zum Text]





Pingback: Kinderarbeit in Westafrika: Giftiger Elektromüll | Aktiv gegen Kinderarbeit
kinderarbeit (sehr traurig) – was können wir deutsche dagegen machen???
darf man denn hierzulande marken, die von kinderarbeit profitieren (oder ihre ware nicht kontrollieren) nicht öffentlichen zurechtweisen, es ihnen vorwerfen, ohne dafür bestraft zu werden???
Die Konsumenten in Deutschland (und in anderen Industriestaaten) können sich für Produkte entscheiden, welche ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt worden. Sie sind zunehmend in Läden deutschlandweit zu finden und werden durch entsprechende Siegel hervorgehoben (siehe auf der Homepage unter Gegenmaßnahmen, Siegel und Zerifikate). Solche Veränderung im Konsummuster haben eine sanktionierende Wirkung auf die Firmen, welche unethisch produzieren. Unsere Einschätzung des Engagements unterschiedlicher Unternehmen im Bereich Kinderarbeit ist auf unserer Frimenliste zu finden, so dass jeder beim Einkaufen faire Produkte auswählen kann.