Fallbeispiel:
Moussa und Abdoullaye waren wohl um die 13 Jahre alt, als sie aus ihrem Dorf in die Hauptstadt Bamako wollten, um dort ein wenig Geld zu verdienen. In der südlich davon gelegenen Stadt Bouaké sperrte sie ihr Arbeitsvermittler jedoch in einen Lagerraum. Sie wurden für 75 Mark auf eine große Baumwoll- und Maisfeld-Plantage gebracht. Dort waren bereits ein paar Dutzend andere junge Malier, alle zwischen 11 und 19 Jahre alt. Ihre Habseligkeiten, Schuhe und Kleidung mussten Moussa und Abdoullaye abgeben und sich selbst Hosen aus einem alten Sack machen. Sie mussten schwere Feldarbeit leisten, von 6 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit, immer mit einem Aufpasser im Rücken, der sie antrieb oder mit einer Rute schlug, wenn es nicht schnell genug ging. Auszeiten wegen Krankheit gab es nicht, am Wochenende höchstens einen halben freien Tag. Bezahlung gab es keine. Nachts wurden sie in einer Hütte eingesperrt. Zu essen gab es einen Maiskolben pro Person und pro Tag. Irgendwann schaffte Moussa es, auszureißen. Er lief die ganze Nacht durch bis zu einer Teerstraße, wo es ihm gelang, per Autostop bis nach Bouaké zu kommen. Dort fiel er einer malischen Familie auf, die ihn aufnahm und zum malischen Konsulat brachte. Mit Hilfe von Moussas Angaben gelang es, das Kinderlager ausfindig zu machen und Abdoullaye und die anderen herauszuholen. 4)