Kinderarbeit in Benin

In Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 8.532.547 (Juli 2008) 1)
  • 0-14 Jahre: 45.5% 2)
  • Gesamtzahl: 26% aller 5-14 jährigen Kinder arbeiten
    von den Jungen 23%, von den Mädchen 29%.3)
  • 13,2% der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten (2002/2003) 4)
  • 11,5% der Jungen und 15,3% der Mädchen zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten (2002/2003) 5)
  • Branchen: Landwirtschaft: 68,9%, Industrie: 5,2%, Dienstleistungen: 22,3, Andere: 3,7% 6)

Tätigkeiten / Produkte

Allgemeine Rahmenbedingungen

  • Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze: 33%7)
  • In Benin werden viele Kinder verschleppt. Eine Studie nennt die Zahl von 40.000 verschleppten Kindern zwischen 6 und 17 im Jahr 2006. 92% dieser Kinder werden innerhalb des Landes verschleppt.8)
  • Einige Kinder gehen auch „freiwillig“ aufgrund von Traditionen in andere Länder um zu arbeiten
    → Beninische Kinder in anderen Ländern:
    · 39% in Gabun
    · 28% in der Elfenbeinküste
    · 24% in Nigeria
    · die restlichen Kinder sind in Niger, Kamerun, Kongo oder Togo.

Schulbildung

  • Analphabetenrate: Männer 52%, Frauen 77%9)
  • Einschulungsrate: Jungen 93%, Mädchen 72%10)
  • Schulpflicht: für 6-12 Jährige11)

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut: die Eltern sind auf das Geld, das die Kinder verdienen, angewiesen.
  • Viele Kinder werden von ihrer Familie an Menschenhändler verkauft.
  • Tradition: Kinderarbeit ist in der Gesellschaft traditionell verankert.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Fallbeispiel:

Agossi ist 14 Jahre alt und lebt in Cotonou, der Hauptstadt von Benin. Ihre Eltern sind tot, das Mädchen lebt seit Jahren bei einer Tante. Agossi ist aufs Arbeiten dringend angewiesen, denn ihre Tante verlangt täglich Geld für die Unterkunft. Die 14-Jährige versucht, mit dem Verkauf von Jutetaschen auf dem riesigen Dantokpa-Markt etwas zu verdienen - sonst setzt es zu Hause Prügel. „Ich setze alles daran, meinen Vertrag zu erfüllen“, sagt Agossi.12)

Bisherige Lösungsansätze

  • UNICEF hat in den letzten Jahren geholfen in 1100 Dörfern Kinderschutzkommitees zu gründen.
  • Im Januar 2006 verabschiedete das Parlament in Benin ein neues Gesetz, um den Kampf gegen den organisierten Kinderhandel zu stärken. Zusätzliche Polizisten, die UNICEF mit ausgebildet hat, kümmern sich darum, dass Verbrechen an Kindern strikter verfolgt und bestraft werden.20)

Bisherige Erfolge

  • Mit Hilfe von Spenden konnte UNICEF vielen Kindern in Benin den Schulbesuch ermöglichen.21)
  • Seit 2002 konnten 60% mehr Kinderhändler überführt und der Justiz übergeben werden.22)