Kinderarbeit in Äquatorialguinea

in Zahlen

  • Gesamtbevölkerung: 616.459 (2008)1)
  • 0-14 Jahre: 42% 2)
  • Gesamtzahl: 30 % der Kinder (5-14 Jahre) arbeiten
  • nach Geschlecht: 29% männlich, 30% weiblich (1999-2005)3)

Tätigkeiten / Produkte

  • Landarbeiter (häufig im Familienunternehmen - dann auch Schulbesuch)
  • Verkäufer auf dem Markt (häufig im Familienunternehmen - dann auch Schulbesuch)
  • Vermutlich gibt es Fälle von Kinderprostitution, aber keine Statistiken
  • Straßenverkauf

allgemeine Rahmenbedingungen

  • Äquitorialguinea gehört, gemessen am BIP pro Kopf, zu den reichsten Ländern Afrikas (aufgrund von Offshore Ölfunden)
  • trotzdem verbessert sich die Menschenrechtssituation nicht, obwohl die Regierung immer wieder behauptet, daran zu arbeiten.
  • Wasser- und Elektrizitätsversorgung sind unzureichend, schwierige Lebensbedingungen4)
  • schlechte Gesundheitsversorgung
  • Malaria ist weit verbreitet und viele Kinder fallen ihr zum Opfer.
  • Kinderhandel nach Äquitorialguinea ist ein wachsendes Problem.5)

Schulbildung

  • Schulbildung ist kostenlos 6)
  • Einschulungsrate: 92% der Jungen und 78% der Mädchen werden eingeschult (2000-2005).
  • Nur 30% der Jungen und 18% der Mädchen besuchen eine weiterführende Schule (2000-2005).
  • Alphabetisierungsrate: 93% der Männer und 80% der Frauen können lesen und schreiben (2000-2004).7)
  • Grundschulbildung ist gesetzlich verpflichtend und kostenfrei, aber das Gesetz wird nicht durchgesetzt. Schulgebühren und Anforderungen wie Schuluniformen erschweren vielen Familien die Einschulung ihrer Kinder.
  • Die Regierung arbeitet weiterhin mit ausländischen Regierungen zusammen, um Schulbücher bereitstellen zu können.

Ursachen für Kinderarbeit

  • Armut

Gesetzliche Rahmenbedingungen

  • Nationale Gesetze zum Schutz von Kindern:
    • Das Gesetz verbietet Zwangsarbeit und Sklaverei, besonders für Kinder, aber es gab Berichte, dass solche Praktiken trotzdem vorkamen.
    • Es gibt kein umfassendes Gesetz, welches Kinder vor Ausbeutung am Arbeitsplatz schützt, und die Regierung hat die wenigen Regulationen, die es gibt, nicht effektiv eingesetzt.
    • das 2004 erlassene Gesetz gegen Menschenhandel richtet sich vor allem gegen Kinderhandel, in ihm wurde auch verankert, dass eine Person, die einen Minderjährigen zur Arbeit zwingt, eine Strafe zahlen muss.
    • Das gesetzliche Mindestalter zur Beschäftigung ist 14 Jahre, aber die Regierung setzt dieses Gesetz nicht durch.
    • 2005 gab es einen Erlass der Regierung, der die Anstellung von Kindern im Straßenverkauf, Autowaschen oder in Bars und Restaurants verbietet, aber dieses Gesetz wurde kaum durchgesetzt.
    • Das Gesetz stellt Menschenhandel unter Strafe. Dennoch ist Äquatorialguinea Ziel- und Durchgangsland für solche Praktiken.15)

bisherige Lösungsansätze

  • Im Jahr 2005 hat die Regierung öffentliche Kampagnen u.a. auch gegen Kinderarbeit durchgeführt.16)
  • Formell existiert eine nationale Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de los Derechos Humanos), die jedoch bisher nicht zur Dokumentation oder Verbesserung der Menschenrechtslage beigetragen hat.17)
  • Die Regierung hat im Jahr 2005 mehrere Seminare, Medienprogramme und Anzeigen zur UN Kinderrechtskonvention gesponsort.
  • Im Allgemeinen werden Kinderrechte und Kinderfürsorge von der Regierung eher stiefmütterlich behandelt und es gibt nur wenig politisches Engagement zu diesem Thema.
  • Das von der Regierung unterstützte Social Action Program begann Vorgehensweisen zu erarbeiten, führte eine erste Einschätzung durch und bestimmte Gegenstücke in den Ministerien, welche wichtige Projekte koordinieren, um den Defiziten in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Kinderschutz, Trinkwasser, und Abwasser- und Abfallentsorgung zu begegnen.
  • durch den National Action Plan zum Kampf gegen Menschenhandel und Kinderarbeit hat die Regierung ein Programm gegründet, um die Öffentlichkeit von diesen Praktiken abzuhalten, die Opfer zu unterstützen und die Täter zu bestrafen.18)
8) Abschaffung der Zwangsarbeit
9) Mindestalter 15 Jahre für die Zulassung zur Beschäftigung
10) Verbot und Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit
11) Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder
12) Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz der Kinder in bewaffneten Konflikten
13) Zusatzprotokoll zum Schutz vor Kinderhandel, -prostitution und -pornographie
14) Charta der Afrikanischen Länder über das Wohlbefinden und die Rechte der Kinder, (inhaltlich sehr ähnlich der UN-Kinderrechtskonvention)