Wo wird mit Kinderarbeit produziert?
Fallbeispiel:
Schicksal von Conrado aus Kolumbien
Vor einem etwa anderthalb Meter tiefen Loch sammelt sich das Trio: Conrado, der aussieht wie Acht, sein blonder Bruder Mario, angeblich 14, und der kleine Pedro, vielleicht sieben Jahre alt. Mit Seilen um ihre Schultern und einem Stück Blech unter dem Arm tappen sie in die schwach beleuchtete Grube. Wie ein Maulwurf kriecht Conrado durch die 350 Meter tiefen und kaum einen Meter hohen Fördergänge der Mine San Luis, in denen immer um die 30 Grad Celsius herrschen. Die Stollen sind kaum höher als 50 bis 60 Zentimeter - ihre Aushebung wäre zu aufwendig, die Kohle würde teurer. Kinder dagegen sind billig: Pro Woche verdient Conrado rund vier Euro. An manchen Tagen zahlen die Minenbesitzer den Kindern überhaupt kein Geld aus, sondern geben ihnen nur das Rauschmittel Basuco, ein Abfallprodukt aus der Kokainherstellung.
Welche Arbeiten werden von den Kindern ausgeführt?
Die Arbeit im Kohlebergbau ist schwerste körperliche Arbeit. Kinder werden bevorzugterweise dafür eingesetzt, da sie klein sind und deswegen besser in die engen und dunklen Stollen passen. Dort schlagen sie mit Spitzhacken die Kohle aus den Felsen, beladen die Loren und schieben sie durch das Bergwerk. Manche Kinder bleiben bis zu drei Tage unten, ohne das Tageslicht zu sehen. Kinder ab sechs Jahren werden in Kohlebergwerken beschäftigt.6) 7)
Welche Gefahren und Folgen ergeben sich für die Kinder?
Sie sind in den Stollen extremer Gefahren ausgesetzt: Erdrutsche, Überflutungen, Explosionen und Gasunglücke passieren häufig unter Tage. Es gibt keine Maßnahmen zum Unfallschutz oder zur Arbeitssicherheit. Kinder leiden unter Knochenverformungen und Atemwegserkrankungen. Außerdem verletzen sie sich häufig an Werzeugen.8) 9)
Wie können die Verbraucher gegen Kinderarbeit in diesem Bereich aktiv werden?