Zucker

Betroffene Länder

Wo wird mit Kinderarbeit produziert?

Zuckerrohr wird in Afrika, Asien, Südamerika und Australien angebaut, da es am Besten in feuchtwarmem, tropischen Klima wächst. Derzeit umfasst die Weltzuckerproduktion 136 Millionen Tonnen im Jahr. Weltweit werden rund 69 Prozent des Zuckers in den Herstellerländern gebraucht.
Am weitesten verbreitet ist die Kinderarbeit im wichtigsten Produktionsland für Zucker: Brasilien. Aber auch in Indien, China, Thailand und Mexiko wird Kinderarbeit für die Herstellung genutzt.
In El Salvador sind bis zu einem Drittel aller Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen Kinder unter 18 Jahren, von denen viele schon im Alter zwischen acht und 13 Jahren auf den Feldern angefangen haben. Die ILO vermutet bis zu 30.000 Kinderarbeiter unter 18 Jahren auf den salvadorianischen Zuckerplantagen. 1) 2)

Fallbeispiel
Schicksal von José aus Brasilien
José lebt in Joaquin Nabuco, einem Dorf in der ärmsten Region Brasiliens. Von fünf Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags arbeitet er bei 40 Grad in der Sonne auf einer Zuckerrohrplantage, fünf Kilometer von seinem Dorf entfernt. Den Weg hin und zurück muss er zu Fuß bewältigen. Die Plantage wurde abgebrannt, um besser ernten zu können. Nur die Zuckerrohrstangen überstehen das Feuer. Sie ragen senkrecht aus dem kohlrabenschwarzen Boden und werden mit keilförmigen Messern beschnitten und in Bündeln gesammelt. José wird nach der Menge der Bündel bezahlt, die er rauchgeschwärzt bei einem erwachsenen Aufseher abliefert. Der kontrolliert mit schützendem Hut, Sonnenbrille und weißem Hemd die Arbeit der Kinder und ist an ihrem Umsatz beteiligt. José meint, er schaffe 200 Bündel am Tag, das wären rund 2000 Kilo Zuckerrohr. Er verdiene dafür sieben Real, dass sind ca. 2 Euro und 10 Cent – wenn der Aufseher sich nicht dauernd verrechnen würde. 3)

Tätigkeiten

Welche Arbeiten werden von Kindern ausgeführt?

Sie ernten Zuckerrohr, indem sie diesen mit Macheten und scharfen Messern abschneiden. Anschließend entfernen sie die Blätter vom Strunk. Kinder werden außerdem zum Pflanzen von Zuckerrohr eingesetzt. Manche von ihnen arbeiten von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends, sieben Tage die Woche, bei glühender Hitze. 2) 4)

Konsequenzen

Welche Gefahren und Folgen ergeben sich aus diesen Tätigkeiten für die Kinder?

Die Zuckerrohrernte gehört zu den gefährlichsten landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Durch die Arbeit mit der Machete und mit scharfen Messern bekommen die Kinder Schnittwunden an Beinen und Armen, oft sind lebenslange Verstümmelungen die Folge. Schwielen und Blasen an den Händen treten durch das Einpflanzen des Zuckerrohrs auf. Andere typische Gefahren sind Rückenschmerzen durch das Bücken über lange Zeit. Giftige Insektizide und Düngmittel führen zu Übelkeit und Erbrechen. Beim Abbrennen der Zuckerrohrplantagen kann es außerdem zu Verbrennungen kommen. 2) 4) 3)

Verbraucher-Tipps

Wie können wir gegen Kinderarbeit aktiv werden?

Zuckerreiche Produkte wie Süßigkeiten mit dem Fairtrade-Siegel kaufen. Diese Produkte sind garantiert frei von ausbeuterischer Kinderarbeit. Viele Kaufhäuser und Lebensmittelgeschäfte bieten Produkte mit dem Fairtrade-Siegel an.

Quellen + Links

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel

  1. Zucker: Süßes für die Konsumenten, bittere Last für die Dritte Welt [zurück zum Text]
  2. El Salvador: Kinderarbeit auf Zuckerplantagen [zurück zum Text][zurück zum Text][zurück zum Text]
  3. Projektmappe Kinderarbeit [zurück zum Text][zurück zum Text]
  4. THE USE OF CHILD LABOR IN SUGARCANE CULTIVATION [zurück zum Text][zurück zum Text]

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